Tinten Herz
von Mabel aus der Kategorie Zeit
und wurde am 26 February 2008 um 13:29:37 eingetragen.
Ich denk,ich war ein schwieriges Kind
sofern - das noch meine Eltern sind
wenn sie mal so was zu sagen wussten
weil sie, sich kaum verteidigen mussten.
Lange ist das inzwischen her
beide kannten mich nicht sehr
obschon das abzusehen war -
ich war ja ewig nicht mehr da.
Soweit ich mal Geschwister hatte
steht das nicht mehr zur Debatte
sie waren schwieriger - als ich
ich les es noch in ihrem Gesicht.
Wenn alte Fotos, was deuten lassen
schien ich damals - alle zu hassen
grundlos geht doch keiner fort
dem *Niewieder* galt mein Wort.
Deutlich hab ich es empfunden
niemandem blieb ich verbunden
keine Sehnsucht trieb mich an
wo ein Wiedersehen trügen kann.
Lieber schien ich zu vergessen
dass ich unter ihnen gesessen
leider so, wie es Gefangene tun
die bloß im Zeitvergehen ruhn.
Als die Schule mich entließ
und das ferne Leben rief
hatte ich ein Bild von mir
ein Tinten-Herz auf dem Papier.
Die Vergangenheit verschwand
mit einem Nagel - hin zur Wand
schwarz gerahmtes Zeitgeschehen
so durfte ich es täglich sehen.
Keines - durfte mich bekehren
schwierig würde ein Verehren
was so lange Staub geschluckt
sendet - was verborgen spukt.
Inspiration ist noch im Raum
für mein Tinten-Herz-Vertraun
von diesem fließen Texte aus
fern von mir und von zu Haus.
© Mabel Poercy
Kommentare
Es gibt 2 Kommentare zu diesem Gedicht
Mabel Poercy schrieb folgenden Kommentar:
Es ist ja so, das Leben lernt uns die Fehler und Schwächen nicht nur bei andern zu suchen, sonder auch beizeiten die erforderliche Selbstreflektion einzubringen. Versäumnisse schlagen sonst mit gleichartiger Natur doppelt zubuche. Mit etwas Mut zur Ehrlichkeit, so bin ich fest überzeugt, können wir alle etwas mehr auf den Punkt bringen, das nicht nur uns weiter bringt, sonder auch die Nachkommen. Letzteres liegt mir besonders am Herzen... Wenn ich ihr schon sonst nicht viel vererben kann, dann wenigstens ein geistiges Erbe, was mir in meiner Kindheit auf allen Seiten sehr gefehlt hat. Ich musste mir immer alles selbst erklären, was mir heute besonders glückt, Routine sozusagen!!!
Danke für die netten Zuwendungen, mir lieben Grüßen, Mabel
connemara schrieb folgenden Kommentar:
wenn ich kommentieren (überdenken, mir erläutern) darf, schlägt mir die verborgene Trauer aus diesen Ihren Versen entgegen, die in Verachtung gekleidet scheint. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch; ich habe Ähnliches erlitten, dazu noch in einem diktatorisch regierten Teil dieses Landes. Ich bewundere Ihre Sprachkraft, Ihre Bilder und Vergleiche und vor allem die strenge Logik Ihrer Botschaft. Ich habe mehrere Ihrer Gedichte bereits gelesen, muß leider gestehen, daß mir, intellektuell gesehen, bei manchen der Zugang verwehrt blieb. Dennoch weiß ich die eindringliche Sprache einzuordnen und zu bewundern. Mir blieb solche Gedankentiefe leider verwehrt. Ich wünsche Ihnen steten Erfolg - und Gelassenheit. Freundliche Grüße Hans Finke