Soldat
von Einzelkämpfer aus der Kategorie Tod
und wurde am 25.12.2010 um 19:19:00 eingetragen.
Die Luft der Nacht kehrt in mich ein,
erfüllet meine Lungen,
rasselnd hauche ich sie aus,
und in der Eiseskälte dort
legt sie sich über meine Lippen.
Die Sterne längst verborgen,
ihr Schimmern schon vergangen,
verschluckt von Schwärze, fort sind sie.
An meinen Füßen, kalt und starr,
der graue Boden, seelenlos,
Beton und Stein von Menschenhand
verloren in der Nacht.
Am dunklen Himmel steht, ganz blass,
der Mond im schwarzen Scheine.
Sein Strahlen ist schon unbekannt,
sein Licht kehrt nimmer ein.
Und mitten in der schwarzen Luft
da steht ein junger Mensch,
der Rücken grad‘, die Schultern stramm,
den Arm zum Gruß erhoben,
empfängt er nur den kalten Hauch
des Windes in den Ästen.
Ein Schrei entbricht aus seiner Kehl‘,
teilt die Nacht entzwei.
Noch immer steht der Junge stramm,
auch wenn die Stimme voller Leid,
die Qual, die bricht aus ihm hervor,
doch kein Wanken mag ihn treffen,
er stehet aufrecht, komme was mag.
Dann zuckt der Leib des wack‘ren Kerls,
sein Körper beugt sich und wird weich,
bis schließlich auf die Knie er stürzt,
die Arme an die Brust gedrückt,
brüllt er ohne Pause.
Nun stützt er sich auf die Hände,
die Stimme verläuft sich in der Nacht,
ein Husten nur noch wird vernommen,
voll Hass und Angst, dann schweiget er.
Sein Fleisch fällt von den Knochen ab,
die Augen fallen aus,
sein Herz zerfließt im Staube rasch,
Gebeine sind bald nur noch Staub,
das Blut nur ist am Boden.
Am Himmel steigt die Sonne auf,
sie bringt das Blut zum Kochen,
und so der nächste Morgen graut,
so ist der Jung‘ vergessen.