Schrei!
von Peter Bäßler aus der Kategorie Gesellschaftskritisches
und wurde am 04.03.2011 um 21:11:00 eingetragen.
Ein Kind ist tot ... die Jagd beginnt -
Mord treibt die Einschaltquote.
Der Wald wird gewendet – Zeit verrinnt,
wir trauern! Wie kam es zu Tode?
Grausamkeiten werden bekannt -
Details, die Neugier kaum stillend ...
Wo ist die fehlende rechte Hand?
Der Mörder in Haft und doch killend?
Das Kind im Grab wird kurz nur beweint
von uns, den Mordkonsumenten.
Die Eltern vergessen - eine Frage vereint:
Wird man des Täters Treiben beenden?
Nein - Bewährung ist diesmal nicht.
Diese Tat verlangt höchste Strafe!
Irritiert lacht des Anwalts Gesicht:
‚Mein Klient, äh, ist eher der Brave’.
Trotzdem, der Mörder muß wieder in Haft –
doch ist bald Freigang in Sicht.
Ob er die x-te Therapie schafft?
Gibt man schon bald grünes Licht?
Irgendwie bereue er die Tat
und wisse nicht was ihn getrieben.
‚Die Schulzeit’ –sinniert der Gutachterrat-
‚oft hat er ... falsch abgeschrieben!’
Er mag Kinder nicht – das ist zu verstehen.
Der Richter ist Freund dieser These.
Aber gleich einen Mord begehen?
Macht bloß um die Tat kein Gewese.
Doch bitte den Mörder nicht diskriminieren,
denn seine Zukunft ist uns sehr wichtig.
Er will Lehrer werden oder Jura studieren ...
Die toten Kinder schreien: Nicht richtig!!
Sie schauen besorgt von oben herab –
Wollen warnen vor dummen Gestalten:
‚Wie viele müssen von uns noch ins Grab?
Sollen alle Kinder erkalten?’
© Initiative ” Strohhalm