Pest
von regenmacher aus der Kategorie Sonstige Gedichte
Der Nachtwächter zieht seine Bahnen durch die Gassen,
die Glock’ schlägt zwölf, wir woll’n uns nieder lassen!
Feuer knistert leis im Schlot
Regen prasselt auf das Dach
Und die Stadt versinkt in Not
…Seid ihr noch wach …?
Der Tot klopft an jedes Tor,
macht keinen Unterschied vor Arm und Reich,
Schweiß presst sich aus jeder Por’,
und das Antlitz färbt sich bleich.
Die Seuche wütet schon durchs ganze Land,
Leblose Körper verrotten in den Städten,
Faulendes Fleisch schürt den Brand
Wer soll unser Volk noch retten?
Der Höllenfürst streckt seine Krallen aus,
zieht allesamt in seinen Bann
rafft dahin den Mensch samt Laus,
verzehrt die schwache Lebensflamm’.
Magenkrämpfe, Schüttelfrost
Hustend krümmst du dich im Bett
Keinen Hunger, keinen Durst
Dieser Anblick ist nicht nett
Schmutz und Dreck sind schuld am Leid
Eiterbeulen tummeln sich auf Hals und Wanst,
doch bis zur Rettung ist’s nicht weit,
bete zur Schöpferkraft, solang du noch kannst.