No future in K town
von Hukwa aus der Kategorie Gesellschaftskritisches
und wurde am 22.01.2012 um 14:41:00 eingetragen.
Das erste was mein Auge auffängt an der Busstadion
No Future
Schwarz auf grauem Beton
Davor lümmeln Jugendliche
Mit Bierflaschen in den Händen
Jungpenner
Heruntergekommene verdreckte Gestalten
Alte und junge Otto Normalis eilen an ihnen vorbei
Bepackt mit Plastiktaschen
Eingehüllt in Stangenkaufhausuniformen
Die Wortfetzen die an mein Ohr dringen
Seit Jahren die gleichen
Totschlagen
An die Wand stellen
Bei Adolf gab’s das nicht
Ottos solides gewissen wird schlecht
Bei so viel Abschaum und Verwerflichkeit
Die Berber spüren die Abneigung
Werden lauter und beginnen zu gröhlen
Irgendwann tauchen sie auf
Die Stützen von Ottos gutem Gewissen
Die Aussätzigen verschwinden
Drei bleiben zurück
Zu besoffen um wegzurennen
Man knüppelt sie in den Bus hinein
Die abgerichteten Kampfhunde fletschen die Zähne
Das Publikum applaudiert
Mit den einschlägigen Bemerkungen
Ein Berber spukt nach der Uniform der braun-grünen Riesen
Ein gezielter Schlag mit dem Stock
Aus der Spuk
Die Strasse ist wieder sauber
Auf dem Boden vor der Betonwand bleibt eine
Schäumende Bierflasche zurück
Die sich langsam mit Blut verfärbt
Und an der Wand ein Graffiti
No Future in K- Town.
Kommentare
Es gibt 2 Kommentare zu diesem Gedicht
hukwa schrieb am 22.01.2012 um 17:16 Uhr folgenden Kommentar:
Freut mich wenn es gefällt. Paul Celan schrieb einmal: Das Gedicht ist einsam. Es ist einsam und unterwegs. Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere,es braucht ein Gegenüber. Es sucht es auf, es spricht ihm zu."
Red Joja schrieb am 22.01.2012 um 14:55 Uhr folgenden Kommentar:
Gefällt mir sehr gut, du bringst dieses bittere Gefühl gut rüber. Es ist traurig aber wahr, zu was und die Gesellschaft und die eigene Ignoranz manchmal treibt. Würde mich freuen mehr von dir zu lesen.