Mein kleines, blutendes Herz

von LightningThunder aus der Kategorie Herzschmerz
und wurde am 20.10.2010 um 17:33:00 eingetragen.

Zitternd und bebend lasse ich mich in den kühlen Sand des Strandes nieder.
Ich bin gerannt, vor mir selbst davon gelaufen
Vor allem was ich so sehr wollte
Vor allem was mich so sehr wollte

Meine Hände durchstreifen die feine Fläche
An manchen scharfen Kanten bleibe ich haften
Umspiele sie mit meinen Fingerspitzen
Es tut nicht länger weh
Alles was Kanten und Ecken hat
Ich habe mich daran gestoßen
Habe mir selbst Wunden beigebracht
Die ich heute nicht mehr missen will
Sie haben mich stark gemacht
Sie haben mich kalt und hart werden lassen

Eine Sternschnuppe streift über den Nachthimmel
Der Mond steht hell und klar
Auch er hat Krater, Kanten und Ecken
An denen man sich stoßen kann
Er ist groß und voll, fast als könnte ich ihn berühren
Wenn ich meine Hand ausstrecken würde.
Ich drücke meinen Kopf fester in den Sand, weich und kühl
Genieße das Rauschen der Wellen
Mein Herzschlag hat sich beruhigt
Nicht mehr länger höre ich mein aufgebrachtes Herz schreien

Schreien ob der Verluste die mir das Leben gab
Schreien ob der Ängste die es mir jeden Tag gibt
Es ist ruhig, mein kleines, blutendes Herz
Und wartet auf den nächsten Stich
Aber nicht heute Nacht
Ich schließe die Augen um zu hören
In mir ist nichts
Meinen Körper umgarnt der Nachtwind
Sanfte Hände streicheln mein Haar
Zerren an meiner Kleidung
Doch diese sanfte Umarmung ist mir nicht genug
Ich will mehr fühle mich erinnert

Ich will mehr von dem was mir jetzt fehlt
Die Erinnerung kehrt wieder
Die Erinnerung an dein Gesicht
Deine wunderbaren Augen in denen ich lesen kann wie in einem offenen Buch
Deine Augen, auf mich gerichtet an unserem ersten Tag
Sehnsuchtsvoll die eines Engels schöner und größer
Als es jemals ein Mensch beschreiben könnte

Wovor laufe ich weg
Mein Kopf fängt an zu hämmern, wieder dieser Drang zu laufen
Wegzulaufen aus Angst es könnte etwas sein
Dass niemals sein darf
Doch es wird sein
Aber unsere Zeit kommt, wir werden lachen und weinen
Wir werden uns lieben und abstoßen
Wir werden uns ansehen und uns hassen
Und im nächsten Moment uns der Nähe des anderen hingeben
Sie aufsaugen in uns, an uns pressen wie Ertrinkende

Ich stehe auf, fest umschlossen den Sand in meinen Händen
Doch er gleitet mir davon, wie die Zeit die uns noch bleibt
Ich hebe die Arme
Doch der Nachtwind vermag es nicht mich zu tragen
Diese sanfte Umarmung reicht mir nicht aus
Ich will mehr
Ich will noch viel mehr
Richte mich weiter auf, lasse den verbleibenden Sand aus meinen Händen langsam zu Boden fallen

Meine flüsternden Worte werden laute Schreie
Schreie an den Wind, an den Himmel, die Sterne und den Mond
Gebt mir was ich will
Gebt mir diese Liebe die zu mir gehört
Die zu mir gehören soll!
Gebt mir was mir Ruhe und Zufriedenheit gibt

Ich will diese Blicke
Ich will jede Umarmung
Ich will keine Zeit mehr verschenken mit Dingen
Die doch nichts zählen
Die doch nichts sind
Im vergleich zur Liebe, tief in mir gefesselt
Nimm sie dir, befreie sie, nimm sie mit dir
Und mein kleines blutendes Herz
Und wenn du willst die Hülle die es zu schützen versucht

Gib mir mehr von dir
Tobend bin ich am Wasser angekommen
Kraftvoll umspielt es meine Knöchel
Jeder Schritt weiter und das Wasser reißt an mir, bringt mich zu fall
Ich habe keine Angst mehr
Ich lasse mich mitreißen
In Hoffnung, in Sehnsucht und Erwartung
Lasse ich mich in deine Arme fallen

Du mein wildes Wasser nimm mich auf
Lass mich nie wieder los
Lass mich nie wieder gehen
Sei alles für mich
In Ewigkeit

2010/LightningThunder


Kommentare

Es gibt einen Kommentar zu diesem Gedicht

LUCA79 schrieb am 20.10.2010 um 21:37 Uhr folgenden Kommentar:
Ich kann nicht in Worte fassen, was Du für mich bist... Ich danke Dir...Ich reiss mit Angeln...es ist mehr als diese drei Worte...

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.