Kranichrast

von fleur aus der Kategorie Gedichte zum Träumen
und wurde am 11.10.2009 um 16:41:00 eingetragen.

Im September, wenn der Sommer flieht,
das Kranichvolk in’s Land einzieht.
Von ihren Brutplätzen im Norden
fallen sie ein wie Dschingis Khans Horden.
Mästen sich auf den Feldern am Tag,
schweben mit kräftigem Flügelschlag
abends in langgezogenen Ketten,
suchen Platz, sich für die Nacht zu betten.
Mit gellendem Trompetenschrei
rufen sie ihre Gefährten herbei.
Im flachen Wasser schlafend stehen
erwarten sie der Dunkelheit Vergehen.
Steigen auf im Morgenlicht,
sobald der neue Tag anbricht,
fliegen über Wasser, Land und Wälder,
suchen ihre Maiskornfelder.

Und so sieht man Tag für Tag
der Kranichketten Schwingenschlag,
legt entspannt den Kopf zurück,
folgt ihnen lange mit dem Blick,
ertönt dann der Trompetenschrei,
wünscht man sich das Glück herbei.

Ende Oktober ist es so weit,
sie geht vorbei, die Kranichzeit.
Zum letzten Mal erheben sich die Vögel,
die Schwingen aufgespannt wie Segel,
starten sie in südliche Gefilde,
wo das Wetter warm und milde.
Trompetenschrei verhallt, ganz leise,
wir wünschen ihnen gute Reise
und im September ihre Wiederkehr
zur Kranichrast in unser Land am Meer.


Kommentare

Es gibt 4 Kommentare zu diesem Gedicht

fleur schrieb am 17.10.2009 um 12:01 Uhr folgenden Kommentar:
Liebe Joneda, ich danke dir für deinen lieben Kommi. Wir waren ein paar Tage an der Ostsee und haben sie dort erlebt. Man konnte eine abendliche Bootstour über den Bodden buchen und bekam zu dem visuellen Erlebnis auch noch alles erklärt. LG fleur


Joneda schrieb am 17.10.2009 um 07:23 Uhr folgenden Kommentar:
Liebe fleur, es ist immer wieder schön, wenn man seinen Wissenshorizont erweitern kann. Wenn das ein oder andere Gedicht dazu animiert, immerzu :-) Ich mag es auch, immer wieder nachzulesen, ist es doch die ewig kindliche Neugierde, die unser Leben bereichert und es in seine bunten Farben taucht, wie der Herbst seine Blätter und wir unsere Gedanken . :-) Alles Liebe Joneda


fleur schrieb am 11.10.2009 um 18:18 Uhr folgenden Kommentar:
Liebe Wort - los, was du sagst, mag richtig sein, sie sind nur aus der Ferne klein, wirklich 1,20m groß, 2,40m ihre Flügelbreiten, sehr elegant und graziös, wenn sie schreiten. Ihr Brutgebiet ist Skandinavien, ihr Winterdomizil Südspanien. Sie gelten als die Vögel des Glücks und kommen immer wieder zurück. Danke dir und grüße dich lieb, fleur


Wort - los schrieb am 11.10.2009 um 17:41 Uhr folgenden Kommentar:
Faszinierend dein Gedicht, Kraniche ziehen zusammen in Zuversicht, sie suchen die Wärme ferner Länder, doch bleiben dort nicht lang, im Frühling kommen sie wieder, zurück in unser Heimatland, bewegend ist das Sammeln derer und starten eine Kür, sie halten stets zusammen, und fliegen hin und her, am Horizont wirken sie ganz klein, doch so ein Kranich ganz ganz schön kräftig schrein, gute Reise wünsch ich ihnen, dein gedicht hast du liebevoll geschrieben, lg Wort - los

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