Kraft aus dem Glauben schöpfen....(wenn Menschen nur noch Menschen sind)
von Claudia Embacher aus der Kategorie Seelenschmerz
und wurde am 09.08.2011 um 16:57:00 eingetragen.
Ich stehe dort,
den Rücken an der Wand,
und vor mir liegt der Abgrund meiner Krankheit...
Wie weit kann ich mich noch
nach vorne wagen, ohne tief zu stürzen?
Der Weg nach hinten scheint mir auch
versperrt...
die Lösung ist nicht ungefährlich,
ist, wie wenn man eine tiefe Kluft
zu überwinden hätte,
in die man auch hineinfallen könnte,
auf immer verschwunden,
ausgelöscht, gen Himmel oder Hölle ziehend!
Die Angst greift nach mir,
fasst mir an den Hals, scheint
zuzudrücken, ich atme schnell,
das Herz rast...und doch weiß ich:
Es wird nicht stehenbleiben,
die Luft kommt wieder...es ist nur ANGST!
Die Wand hinter mir ist eine Mauer,
die ein Weiterkommen verhindert,
aber...auch ein gewisser Schutz, der mir
bekannt scheint..., trügerisch....,
verlockend und falschen Halt gebend...,
der Verstand weiß dies längst....,
...der Abgrund, in den ich schaue, ist tief,
unendlich tief...,
sie sagen: Ich soll nun loslassen, soll vertrauen,
soll die Verantwortung für die Operation
abgeben...WIE mache ich DAS???
Wie lasse ich los? Wie lässt ES mich los,
das Bedürfnis, die Kontrolle zu bewahren??
Ich denke an meine Geburt: Konnte ich sie kontrollieren,
oder den Zeitpunkt, auf diese Welt zu kommen!
Die Antwort: ein eindeutiges NEIN!
Und rückwärts ist der Weg der gleiche...,
rückwärts, wenn es passieren kann,
die lange Reise anzutreten..., ich kann auch
hier nichts kontrollieren....
Und...nach vielen Kämpfen fasse ich das Kreuz
an meiner Wand, DAS Kreuz, ...zu dem
wir unsere Kreuze tragen dürfen!
Ich fasse ...und bete...und lasse mich fallen,
als kleiner Mensch, der ich bin,
als Versager oft im Glauben,....als Feigling
in der Angst...und fühle am Abgrund meines
Mensch-Seins ein tiefes Gefühl des
Angenommen-Werdens...aber erst,
wenn das Wasser bis zum Halse steht...!
Die Not muss groß sein,
doch es ist mir immer, wie wenn sich doch
noch eine Türe öffnet, mir jemand zeigt:
Du kannst kommen! Wann immer Du willst,
so, wie Du bist....Du bist schon längst
erkannt....!
Ich muss mich nicht verstecken mit meiner
Angst, mit meiner Kleinheit...
ich DARF sein, wie ich bin..., weil
einer schon die Not für uns durchlitten hat,
den ganzen langen Weg eines Menschenlebens,
die Angst, den Verrat, die Beschimpfungen,
die Schmerzen, alles hat er schon ertragen...
und ihm wende ich mich zu...ihm, der einmal
Mensch gewesen ist..., auch wenn ich
manchmal in Unglauben verfalle...,
Menschen haben nicht für alles eine
Lösung..., und manchmal noch nicht einmal
eine Antwort auf meine Fragen,
ER weiß schon um alles, was war, was ist,
was sein wird! Er kennt die Länge meiner
Lebensflamme...und nur er!
Ich bete um Vertrauen in meinen
Herrn Jesus...und um die Führung der
ärztlichen Hände, denen Gott die Fähigkeit
verliehen hat, zu heilen. Ich bete um ein
ruhiges Herz, das mutig allem entgegentreten
kann und auch in den Abgrund hineinzuschauen wagt,
weil...auch dieser Abgrund ein Ende hat,
an dem vielleicht ein helles Licht leuchtet.
Was auch immer geschehen mag: Ich bin
nicht in der Lage, darauf jetzt Einfluss zu
nehmen, und ich hoffe, das Abgeben und Loslassen
zu lernen...und das Hingeben,
weil...uns eigentlich nichts geschehen
kann, ...wenn wir nur glauben...
Danke....
(CE, 09.08.2011)