Kein Kieselstein

von Peddagog aus der Kategorie Gedichte über Menschen
und wurde am 10.07.2009 um 18:56:00 eingetragen.


Bin ich ein flacher, runder Kieselstein,
Geschliffen im Wildwasser des Lebens?
Man reiht sich unter tausend Gleichen ein,
Sucht Singularität so vergebens.

Sie schlängeln aalglatt durch den Lebensfluss,
So kommen sie alle bequem voran,
Man murrt nicht, arrangiert sich, weil man muss,
Taucht unter, ist still und eckt niemals an.

Ich schwimme nicht mit, stell' mich quer sogar,
Zeige noch scharfe Kanten und Ecken,
Erzeuge Strudel, bin eine Gefahr,
Gebrochener Fels - nicht zu verstecken.

Oh, nein! Bin absolut kein Kieselstein
Und will ums Verrecken auch keiner sein.


(C)Peddagog, Juli 2009


Kommentare

Es gibt 5 Kommentare zu diesem Gedicht

Peddagog schrieb am 20.09.2009 um 19:41 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo Wort-los, Bist ja überhaupt nicht wortlos. Danke für deinen exzellenten Kommi in Reimform. Finde ich toll wenn sich jemand solche Mühe gibt. Weiter so. Gruß vom Peddagog


Wort - los schrieb am 22.07.2009 um 20:15 Uhr folgenden Kommentar:
man oh man lest euch das mal an, steht geschrieben wie es war, einst vor 20 Jahren gar, gut das du kein Kiesel bist und auch zu andern drüber sprichst, Kiesel sind zwar hübsch und schön, aber nur in der Menge so anzu sehen, wenn ich Kiesel seh , dann such ich, MEINEN STEIN FÜR MICH . lg Wort - los


fleur schrieb am 13.07.2009 um 13:39 Uhr folgenden Kommentar:
Danke für deine ausführliche und ehrliche Antwort, hatte schon befürchtet, auch ich sei wieder mal zu direkt gewesen. Lieben Gruß sagt fleur.


Peddagog schrieb am 13.07.2009 um 12:38 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo liebe fleur, Deine Kommentare sind erbauend und ehrlich. Ich danke dir dafür. Macht mich ein wenig verlegen... von wegen Bewundern und so... Ja, wenn mir etwas auf der Seele brennt, dann muss es raus, wie z.B. in diesem Sonett beschrieben. Dadurch ecke ich oft an, was mein Leben manchmal nicht einfach macht. Aber es ist mir lieber so, als unter diesen ganzen Duckmäusern zu sein, von denen es heute, besonders in der Krise viel zu viele gibt, denn alle haben Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor Arbeitsplatzverlust... und ängstliche Menschen lassen sich sehr leicht manipulieren. Wenn du sagst, ich bin dir manchmal zu zynisch, da hast du wohl recht. Aber ich denke, die Zeiten sind nun mal so mies, dass man Kritik deutlich formulieren muss, denn viele Menschen sind so abgestumpft, dass sie die Kritik gar nicht sehen würden, wenn sie so durch die Blume verschlüsselt wäre. Mit anderen Worten: der Mensch ist heut nicht mehr geschockt, wenn man ihm auf nette Art sagt, wie schlecht er ist. Dann muss man schon dann und wann härtere Geschütze auffahren. LG vom Peddagog


fleur schrieb am 10.07.2009 um 19:17 Uhr folgenden Kommentar:
Richtig so, Peddagog, an Mittelmäßigkeit, Borniertheit und Überheblichkeit muss man sich wirklich nicht anpassen. Es könnten beliebige austauschbare Begriffe hier stehen. Stehen sollte ein jeder unbedingt zu sich selbst und nicht mit der Masse mitschwimmen. Ich bewundere dich, dass dir immer wieder ganz unterschiedliche Themen einfallen, die du dann sehr gekonnt umsetzt. In manchen Gedichten lässt du allerdings auch mal mehr oder weniger den Zyniker raushängen, was mir nicht so gut gefällt. LG fleur.

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