Gunkels Betrachtungen

von Wolfgang Lörzer aus der Kategorie Gedichte über Menschen

Neun Episoden
aufgeschrieben von
seinem Freund
Wolfgang L.

1.
Es sprach ein Mensch namens Gunkel:
"Die Welt ist mir viel zu dunkel.
Die Dunkelheit gefällt mir nicht.
Darum entzünd' ich jetzt ein Licht."

Und Gunkel merkte ziemlich schnell:
"Weil ich was tat, wurde es hell."
Da fasste Gunkel neuen Mut:
"Es tut sich was, wenn man was tut."

2.
Gunkel hatte schlecht geträumt.
Er sah im Traum, was er versäumt.
Er sah sein ganzes Leben.
Und Gunkel stand daneben.

3.
Gunkel sitzt in stiller Trauer
auf der kleinen Gartenmauer.
Die Margeriten sind verblüht.
Vergänglichkeit schlägt aufs Gemüt.

4.
Gunkel schrieb ein Herbstgedicht,
das er mit einem Freund bespricht.
Guter Rat ist Goldes Wert
und wird von Gunkel gern gehört.

5.
Gunkel will den Tag genießen
und geht rasch die Rosen gießen.
Sieht ehrfurchtsvoll der Rosen Pracht,
die sich entfaltet über Nacht.

6.
Gunkel hockt in seiner Kammer.
Ihn erfasst des Tages Jammer.
"All die Stiche, all die Hiebe!
Wo bleibt nur die Menschenliebe?"

7.
Gunkel bummelt durch die Stadt,
weil er Muße dazu hat.
All das Schöne, das er sieht,
braucht er nur für sein Gemüt.

8.
Gunkel plante eine Reise
und erschrak über die Preise.
Doch einmal Kampen und zurück
bedeutet Gunkel größtes Glück.

9.
Gunkel sitzt am Nordseestrand,
schaut auf der Wellen Spiel gebannt.
Wellen kommen, Wellen gehen.
Gunkel lernt die Welt verstehen.


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