Geschäftsreisende

von Peddagog aus der Kategorie Gedichte über Menschen
und wurde am 18.07.2011 um 18:45:00 eingetragen.

Abends und oft schon bei des Mondes Schein
Fall'n in Hotels und Pensionen sie ein.
Sie kommen in Mittelklassewagen,
Müssen Anzüge mit Krawatten tragen.

Das Zimmer inspizieren sie sogleich,
Hoffentlich ist das Bett nicht zu weich.
Man packt dort nur das Nötigste aus,
Dann der obligate Anruf nach Haus.

Ab in die Jeans, man wartet nicht lang,
Begibt sich dann schnell noch ins Restaurant.
Allein sitzt man an einem zu großen Tisch,
Nehme ich Fleisch oder lieber den Fisch?

Nach dem Essen, das ist doch ganz klar,
Gibt's noch 'nen Absacker an der Bar.
Dort trifft man die anderen, jetzt ganz nah,
Die man bereits schon im Speisesaal sah.

Da hocken sie dann beim Bier notgedrungen,
Der Stahl neben den Versicherungen.
Man tut als würde dem Geprahle gelauscht,
Vielleicht werden auch mal die Karten getauscht.

Bestellt noch 'n Schnaps gegen die Leere
Und für die notwendige Bettesschwere.
Doch der kann den Tag auch nicht mehr retten,
Ein scheuer Schlaf in zu großen Betten.

Nach zu kurzer Nacht schnell noch ins Bad,
Ist der O-Saft frisch oder vom Automat?
So wankt man zum Frühstück, das sind die Fakten,
Nickt zum Nachbarn, noch ein Blick in die Akten.

Die Rechnung bezahlen, Kreditkarte zieh'n,
Navi einstellen für den nächsten Termin.
Einsamer Kampf und auf Abschlüsse hoffen
Denn die Spesen, die sind schon verspeist und versoffen.


Peddagog, 18.07.2011


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