Geflohen
von Peddagog aus der Kategorie Seelenschmerz
und wurde am 24.06.2009 um 21:08:00 eingetragen.
Endlich hoch
Steh ich über euch und doch so tief
Inmitten dieser drohenden Felsdämonen.
Die Retter, die ich um Hilfe rief,
Waren nur Halluzinationen.
Auf trostlosem, totem Mauergerippe,
Betrachte mit sehnsüchtigem Wahn
Den Stein, der hinabstürzt von der Klippe,
Weil ich ihm selbst dies angetan.
Eine Fledermaus,
Gerade zum Leben erwacht,
Umkreist meine dunklen Gedanken.
Auch dieses feige Wesen der Nacht
Schwirrt suchend um die Seelenkranken.
Das Meer
Tief unten ein gähnender Schlund,
Zieht mich hinab ins schwarze Loch,
Grollt geifernd wie ein gefräßiger Hund,
Ich steh' am Rand und zögere noch.
Doch der stürzende Stein, der will nicht sterben,
Kein tosender Aufprall, kein Todesschrei.
Bleibt er beschützt in diesen Bergen,
Lebt andernorts jetzt sorgenfrei?
Und dort diese winzige, weiße Welle
In der schwarzen, unendlichen Weite,
Erhebt sich kurz nur, auf die Schnelle,
Legt sich dann langsam auf die Seite.
Aber ist sie wirklich tot, wenn sie gleich am Strand zerbricht?
Nein! Nein! Ich muss zurück! Ich darf es nicht!
Und mutig steig ich hinab auf verschlungenen Wegen,
Den sternengleich leuchtenden Lichtern entgegen.
(C) Peddagog, Aug. 1982