Geflügelte Horde

von Regusch aus der Kategorie Sonstige Gedichte
und wurde am 13 March 2008 um 22:16:58 eingetragen.



Die Amseln sind von Sonne trunken,
das Huhn ist blind vom letzten Korn,
der Specht schluckt selig hingesunken,
der Haubentaucher kippt nach vorn.

Das Rad vom Pfau hat einen Platten,
der Fliegenschnäpper ringt nach Luft,
der Kuckuck klebt am Schrank im Schatten
und ruft nach Nachschub, dieser Schuft.

Die Würger fangen an zu reihern,
die Dommeln heben an zu röhr´n,
die Tauben sitzen wie auf Eiern
und können alles nicht mehr hör´n.

Die Elstern gehn auf Diebesreise,
die Nachtigall trapst voll ins Glas,
der Wendehals hat eine Meise,
dem Gänsegeier schwant etwas.

Der Storch schnappt sich die Kalte Ente,
die Schwalbe raucht auf Lungenzug,
der Uhu geht demnächst in Rente,
der Kiebitz hat vom Seh´n genug.

Die Drossel nippt aus leeren Bechern,
der Hahn ist tot, kann nicht mehr kräh´n.
Die Spatzen pfeifen von den Dächern:
Wer trägt die Eulen nach Athen!?


Kommentare

Es gibt noch keinen Kommentar zu diesem Gedicht

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.