Gefangen Im Gitterwald
von Gregor Edmund Stahnke aus der Kategorie Gesellschaftskritisches
und wurde am 09.05.2011 um 22:43:00 eingetragen.
Griffe zahllos, so manche Schritte,
halten mich gerade am Leben.
Doch doppelt labt nur der andere,
niemals wird er mir geben.
Bin sein Hammer, bin sein Meißel,
wider des Willens zu Werke.
Zufrieden, satt, ist er gar nie,
obgleich wund` Gebeine ich merke.
Eisen, die mir nicht zu eigen,
geschmiedet in fratzenden Feuern.
Sie biegen sich im toten Lichte,
den, der sie beuget zu steuern.
Die Made frisst durch den Speck,
greift drohend mir, noch zur Lanze.
Geifert nach des Goldes Schein,
dem ich befohlen zum Glanze.
Der freie Geist vergeht im Fron,
so, dass ich gewiss erkalte.
Das Kind in mir noch Sehnsucht spricht
und nicht der müßig Alte.
Aus der Zelle meines Lebens
gibt es kein Entweichen.
Die Hand sucht hinterm Gitterwald,
im blühend Land der Reichen.
Auf welkem Blatt die Träume sinken,
sterben im Morast der Pflichten.
Nichts von ihnen Kund` wird tun,
kein Laut, gar noch Geschichten.