Fortschrittliches Sonett

von Peddagog aus der Kategorie Gesellschaftskritisches
und wurde am 10.07.2009 um 13:05:00 eingetragen.


In ihre Höhle bläst der Wind,
Die Jäger haben Wild zerhackt,
Zusammen rücken Mann, Weib, Kind,
Ein jeder findet Fellkontakt.

Das rohe Fleisch wird gleich verteilt,
Erfüllt steh'n Mond und Sterne,
Melancholie durch Not geheilt,
Die Wächter wittern Ferne.

Wir sitzen hier im Plüsch so arm,
Gefühle auf die Schnelle,
Die Fernsehröhre hält uns warm,
Es nährt die Mikrowelle.

Könnte jener Cro-Magnon uns einmal nur besuchen,
Er würde dann im LKH Jahrtausende verfluchen.



(C) Peddagog


Kommentare

Es gibt 4 Kommentare zu diesem Gedicht

Peddagog schrieb am 10.07.2009 um 18:48 Uhr folgenden Kommentar:
Hi fleur, Natürlich steht LKH für Landeskrankenhaus, ein Beamtenwort für Klapsmühle. Da würde nämlich der Urzeitmensch landen, wenn er uns durch eine Zeitreise besuchen könnte. LG vom Peddagog


fleur, schrieb am 10.07.2009 um 17:23 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo Peddagog, mir gefällt dein Gedicht auch sehr, spricht mich richtig an. Allerdings weiß ich das LKH nicht zu deuten. In einem meiner früheren Umfelder stand das mal für Landeskrankenhaus, aber das meinst du natürlich nicht, bitte klär mich auf. LG fleur.


Peddagog schrieb am 10.07.2009 um 15:27 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo odin, Vielen Dank. Du bist einer der eifrigsten Kommentarschreiber und das find ich toll. Weiter so. Es tut gut ein feedback zu bekommen. Ich hatte mich mal ein wenig mit Steinzeitmenschen (Cro-Magnon) beschäftigt und denke, dass die zwar hauptsächlich ums Überleben kämpften und nur ein sehr kurzes Leben hatten, aber vielleicht umso intensiver lebten. Wer weiß - vielleicht sind wir heute in vielen Dingen ärmer als die ersten Menschen. Habe nach und nach einen kleinen Gedichts-Zyklus zu diesem Thema geschrieben. Einige sind schon hinterlegt, andere kommen noch. Wenn dich das interessiert, schau gern mal rein. Nochmals Danke. LG vom Peddagog


odin schrieb am 10.07.2009 um 15:12 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo Peddagog, das Gedicht spricht mir aus der Seele ! LG.........odin

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