Ein feste Burg

von Peddagog aus der Kategorie Beziehungsprobleme
und wurde am 07.10.2009 um 18:59:00 eingetragen.

Wir wollten uns ein Schloss erbauen-
Aus starken Mauern, mit hohen Zinnen,
Einen prachtvollen Wohnsitz, nur für uns,
Mit majestätischen Türmen
Und einer Zugbrücke gegen die Welt,
Eigentlich doch eher eine Festung,
- Meine erste, große Liebe und ich.

Doch sie verließ mich - mitten im Rohbau,
Umgeben von erdrückenden Felsen
Und einem halbfertigen Turm.
Dort sitze ich nun und warte auf dich.

Doch Vorsicht, Libertas, gib Acht!
Denn manche hat in allzu kühnem Wahn
Sich den Schädel zerschmettert am Granit:
Solide Bauweise damals!

Andere aber kratzen geduldig
Zement und Kalk aus den Mauerfugen,
Bis sie hindurch schlüpfen können zu mir.

Wann aber reißen wir endlich
Gemeinsam dieses Bollwerk ein
Und leben - leben in Freiheit?


Peddagog, (C) Juli 1983


Kommentare

Es gibt 3 Kommentare zu diesem Gedicht

fleur schrieb am 12.10.2009 um 00:35 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo, lieber Peddagog, hier ist fleur. Fast wäre mir dein neues Werk entgangen, war ein paar Tage verreist. Ja, so ein Luftschloss hat leider die Eigenschaft, sich in vergängliche Träume aufzulösen, mal früher, mal später. Tut mir wirklich leid für dich. Doch ich sage dir: Verzage nicht! An Frauen ist doch noch kein Mangel aufgekommen, drum, frisch gewagt, ist neu gewonnen. Es muss ja auch kein Schloss gleich sein, auch ein kleines Häuschen ist sehr fein, Hauptsache, recht kuschelig, dann wohnt drin auch das Glück für dich. Die Richtige sollt es natürlich schon sein, sonst sitzt du drinnen bald wieder allein. Aber, so ein fescher Mann, wie du, findet doch 'ne Frau, die passt, im Nu??? Sonst sag mir bescheid Ich beende dein Leid und zieh auch gerne selber bei dir ein! Liebe Grüße und bitte nicht wieder so ein langes Schweigen! fleur


Peddagog schrieb am 07.10.2009 um 19:23 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo Christa, Na, auch noch online? Natürlich weißt du worum es geht: um die erste, große Enttäuschung, wenn man verlassen wird. Nicht auch schon erlebt? Und all die schönen, gemeinsamen Pläne lösen sich in Luft auf. Was bleibt sind erdrückende Mauern, was den Beginn einer neuen Beziehung sehr schwer macht. Ja, ich wollte diese Frau damals fast heiraten, aber die Beziehung war auf Illusionen aufgebaut (Schloss = Luftschloss). Danach ist man um eine Erfahrung reicher und geht in die nächste Beziehung nicht mehr so blauäugig. Wie immer: vielen Dank für deinen lieben Kommi. Liebste Grüße vom Pedda.


mittendrin schrieb am 07.10.2009 um 19:12 Uhr folgenden Kommentar:
lieber peddagog ich weiß nicht so richtig worum es geht, doch ich weiß eines, manchmal müssen all die mauern erst einstürzen um wieder klarer zu sehn um die wichtigen dinge zu erkennen, schlösser sind wie ein gefängnis, die darin leben, sind der verzweiflung oft ganz nah, sie werden von ihrem schatz erdrückt und von den mauern lebendig begraben

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