Ein Spaziergang im Wald
von Einzelkämpfer aus der Kategorie Seelenschmerz
und wurde am 31.01.2011 um 17:08:00 eingetragen.
Den ersten Fuß setze ich
vor die schwere Tür,
schließ‘ sie wieder hinter mir,
kreischend geht sie zu.
Ein prüfend‘ Blick zurück geworfen,
ob Licht noch brennt im Haus,
doch alle Augen prangen schwarz
auf der Fassade weiß,
kein Leben mehr hinter den Fenstern.
Schnellen Schrittes lauf‘ ich fort,
mein Ziel nicht weit entfernt,
noch düst’rer als der schwarze Himmel
springt es mir entgegen,
verschluckt die Nacht um sich.
Und so verschlingt der Wald auch mich,
das Dunkel nimmt mich gierig auf.
Nichts ist, als der Rascheln fein
Wenn der Wind durchs Laub fegt sanft,
und eiskalt sich legt um meine Brust,
einen Schauer mir beschert.
Dann öffne ich den schmalen Mund
und schrei‘ es alles raus,
bis wie Feuer die Kehl‘ mir brennt,
die Lungen völlig leer,
und die Bäume klagen leise
und die Äste schlucken mein Leid.
Weinend fall‘ ich auf die Knie,
der Boden saugt die Tränen auf,
und niemand kommt und hilft mir.
„Warum nur?“, brülle ich voll Schmerz,
die Frage dringt durchs Land
und keiner gibt mit Antwort,
keiner hört mich an.