Ein Geschenk

von Hölderlin aus der Kategorie Liebesgedichte
und wurde am 30.01.2012 um 11:46:00 eingetragen.

Wär`ich ein Michelangelo
in Marmor würde ich dich hauen,
um so dein Bildnis irgendwo
der Ewigkeit anzuvertrauen.
Wär`ich ein Pianist von Rang
würd`ich für dich nur komponieren,
um die Erinn`rung lebenslang
für dich, mein Engel, aufzuführen.
Wär`ich ein Maler wie Monet
würd` ich auf Leinwand dich festhalten,
ein Bild von dir, wie ich es seh`
um deine Schönheit zu gestalten.
Verzeih`, da ich nur dichten kann,
schenk` ich in Liebe dir die Zeilen,
damit ich, Liebste, irgendwann
in deinem Himmel darf verweilen.


Kommentare

Es gibt 2 Kommentare zu diesem Gedicht

Hölderlin schrieb am 01.02.2012 um 17:06 Uhr folgenden Kommentar:
Liebe Irene Kathleen, herzlichen Dank für Deine konstruktive Kritik. Also, ich weiß nicht wie Du liest, aber bei meinem Leserhythmus (oder Vortrag) holpert bei diesem Gedicht gar nichts. Im einzelnen: ich kann etwas auf der Leinwand festhalten ("verewigen"), bildlich fixieren (und dadurch bleibt das Gemälde erhalten, wie Du es meinst). Ich finde "fest- halten" gelungener. Es ist nicht egal, wo das Bild landet, darum habe ich die Ewigkeit genannt, wo es "irgendwo" landet (die Ewigkeit hat unendlich viele "Irgendwos", Ort bzw. Nischen, wo wir Gemälde, Erinnerungen, Träume etc. unterbringen. Es hat Platz auch für Andere (als adverbiale Bestimmung des Raumes). Irgendwann wird die Liebste zur Erinnerung im Diesseits, deshalb kann ich sie der Ewigkeit als solche anvertrauen. Natür- lich ist die Schönheit schon da, real in der Wirklichkeit, aber der Maler, demnach ich, gestaltet das Reale künstlerisch auf Leinwand. Danach erst verwalte ich das Gemälde. Dieses Gedicht kann aus meiner Sicht so bleiben, wie es geschrieben ist, es bedarf keiner Korrekturen. Herzliche Grüße Hölderlin


Irene Kathleen schrieb am 31.01.2012 um 14:17 Uhr folgenden Kommentar:
Hallo Hölderlin, Ein schöner Inhalt, der doch noch stark holpert beim Lesen. Beim Rythmus würde z.B. erhalten statt festhalten helfen, da die vorletzte Silbe wieder betont wird. Wieso irgendwo? Ist das egal wo es landet? :( Vielleicht eher irgendwann? Wieso Erinnerungen aufführen? Evtl. ein Lied für \"Sie\" komponieren, um es in Erinnerung dann aufzuführen. (sinngemäß) Wieso die Schönheit gestalten? Vielleicht doch eher verwalten, weil es ja schon da ist? Den Schluss finde ich sehr gelungen. Das ist eine Überarbeitung wert aus meiner Sicht. Liebe Grüße Irene Kathleen

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