Die dreifache Lehre
von Loki-Salpsan aus der Kategorie Seelenschmerz
und wurde am 29.07.2009 um 14:18:00 eingetragen.
DER WEG
Beides bringt mir keinerlei Heilung:
Jeder sichre Weg ist ohne Ziel,
Im Querfeldein lauert das Ungewisse.
In Freiheit beiß ich mir selbst scharfe Bisse,
Das Vorgegebne verwehrt so viel!
Ersticken in Zweifeln: das ist Verzweiflung.
Den sichren zu rennen: ein großes Unglück,
Doch vorm Ungewissen schreckt jeder zurück!
DAS SELBST
Wer bin ich? Wer bist du? Was ist wahr?
Wechselt nicht im Affekt die jeweilge Gestalt?
Im Zorn: Schlag auf Schlag, Hektik, Wut!
Mit Wollust befällt dich unbändige Glut.
Die Liebe - ach, dies Wort ist längst verhallt...
In Resignation stehst du da.
Sich selbst nicht zu kennen: ein großes Unglück,
Doch wer sich erkannt hat, schreckt schaudernd zurück!
DIE FLUCHT
Einmal in Höhe durchs Fenster geblickt,
Lässt der berauschende Traum nicht mehr los-
Frische Luft, ja, frischer Wind, ich komme!
Offen. Schon entflohen in die Freiheit:
Schwebend, atmend, lebend das erste Mal!
Ein tauber Aufschlag wiegt mich in den Schlaf.
Dem Leben zu fliehen: ein großes Unglück,
Doch wer ihm entflohn ist, will nimmer zurück!