Die Luftballons auf Deinem Grab...
von Claudia Embacher aus der Kategorie Gedichte zum Nachdenken
und wurde am 24.09.2011 um 17:07:00 eingetragen.
Im letzten Schein der Abendsonne
geh ich wohl durch das stille Tor,
noch blühen hier die schönsten Blumen,
wie still kommt alles mir hier vor.
Ich finde meinen innren Frieden
ganz oft an diesem stillen Ort,
sind Menschen auch von uns geschieden,
die Liebe dauert ewig fort!
Ich laufe durch die Gräberreihen,
bis ich die Luftballons gesehn,
die über einem weißen Kreuze im
lauen Herbstwind fröhlich wehn!
Ich laufe und...ich bleibe stehn,
ich habe es schon längst gesehn,
die Luftballons im Abendwind,...
in diesem Grab, da liegt ein Kind...!
Und all die Zeichen tiefer Liebe
sind sichtbar auf der Erde Grund,
hier eine Puppe, dort ein Teddy,
die Eisenbahn, der Clown, der Hund...
Die vielen Kerzen und die Blumen,
ist alles, was den Eltern blieb,
doch zeigen mir all diese Dinge,
...sie haben Dich noch heute lieb!
Und all' die bunten Luftballons ein
Zeichen für das Leben sind,
wenn sie auch weh'n auf einem Grabe,
im letzten, warmen Sommerwind!
Du kleiner Gast auf dieser Erde,
Du warst sehr früh schon engelsgleich,
auf unsrer Welt entstand Dein Leben,
Du machtest Deine Eltern reich...
Sie mussten Tränen um Dich weinen,
die Zeichen auch der Liebe sind,
Dein Glanz soll in ihr Herz rein scheinen,
bleibst ewig ihr geliebtes Kind.
Ich seh das Bild auf Deinem Kreuze,
ein kleines Kind, ohn' jedes Haar,
und doch so blinken Deine Äuglein,
so lustig froh und wunderbar....
Ich schicke Dir mit leisem Summen
ein Kinderlied zum Himmel schnell,
und streichle zärtlich Deine Erde,
die Zeit verging für Dich so schnell.
Danke, dass ich Dich heut gefunden,
Du liebes, unbekanntes Kind,
weiß ich nun in den dunklen Stunden,
das Schicksal ist doch manchmal blind!
Es fragt nach Alter, Jugend nicht,
wenn es ein Menschenherz zerbricht,
wir alle sind sein Spielball nur,
es zieht uns oft die tiefe Spur
der Trauer in das Herz hinein,
doch wird der Blick dann wieder rein,
wenn man die Lieb' im Herzen hält,
...sie ist die größte Kraft der Welt,
und wenn dem Tod zum Trotz entgegen,
sich Luftballons zum Himmel heben...,
ist dies ein Sieg des ewgen Lebens,
...und unser Schmerz war nicht vergebens!
(CE, 24.09.2011, ich habe gestern auf dem Heimatfriedhof ein unbekanntes Kindergrab ganz unvermittelt "entdeckt"...und spürte, wie mich dies berührte. Zum einen der große Schmerz, wenn ein kleines Leben so früh beendet wird, zum anderen die Unendlichkeit der elterlichen Liebe, ....und ich frage mich: Was ist stärker,...der Tod...oder das Leben...oder die LIEBE?, so entstand dieses Gedicht für das mir unbekannte Kind...)