Die Auferstehung
von Twity-Autor aus der Kategorie Seelenschmerz
und wurde am 01.03.2011 um 18:54:00 eingetragen.
Die Auferstehung
Vor Ostern war's, zur Abendstund',
ich ging spazieren, zum Meyersgrund.
Da sah ich fern ein Bündel liegen,
die Seele einen Sprössling wiegen.
Vergrämt, verstoßen und geschunden,
sie hat nicht mehr zurück gefunden.
Die arme Seele war in Not,
die Hoffnung war ihr täglich Brot.
Sie harrt dort aus, von früh bis spät,
bis sie vor Hunger still vergeht.
Mir schien, als hätt' ich sie erschreckt,
als sie ihr neues Leben weckt.
So spricht sie zaghaft, ohne Kraft:
„Bringst du mir von dem Lebenssaft?“
„Wo hat die Hoffnung sich versteckt,
die Alte, wer hat sie befleckt?“
„Ich trag' ihr „Kind“ in meinem Arm,
ich weiß nicht - wie es zu mir kam.
Das Leben gab mir keinen Sinn,
ich dacht', dass ich gestorben bin.“
Ich schaute auf ihr Hoffnungskind,
es war sehr klein, noch völlig blind.
Dann hob ich sie vom Boden auf,
und zeigte nur zum Himmel 'rauf.
Die Tränen nässten ihr Gesicht,
die Seele fand zum hellen Licht.
Das „Kind“ hielt sie in ihrem Arm,
es gibt ihr Schutz und hält sie warm.
Twity, 01.03.2011
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