Der sterbende Wald

von Angel58 aus der Kategorie Gedichte zum Nachdenken
und wurde am 01.06.2010 um 13:27:00 eingetragen.

Grau und finster wie verlassen
steht da der Wald in seiner Gestalt.
Nur hier und da gegen Bergwand und Schluchten
dröhnt des Donners Widerhall.

Mürbe geschlagen, gegeißelt, gestriemd
ist er durch himmlische Mächte.
Grau und verwehrt, die Stämme zermolmt,
schwarz sind die Kronen und Äste.

Fliegende Rösse mit feurigem Atem
gegeiselt durch Wodans Wut,
tragen auf schweißbedeckten Rücken
das grausame Hexengebrut.

Nebeljungfern im Leichengewande
schweben von Stamm zu Stamm,
hauchen mit stinkendem Schwefelatem
Farn und Stämme an.

Und aus tiefen Waldesgrunde
hört man ein Wimmern und Klagen.
Des Landes Sagen tun wieder die Runde
aus längst verflogenen Tagen.

Doch horch! auch ein Jubeln klang da empor,
es gab ja auch sonnige Tage
und lauschend beugen die Tannen ihr Ohr,
wie, um eine stille Frage.

Doch am Wildbach die alten knostigen Weiden
zeigen ein grimmig Gesicht.
Seh`n wie durch Schatten die gottlosen Heiden
die immer suchten das Licht.

Ihr alten Stämme, ihr greise Wächter
so lauschet nicht Jubel noch Klagen,
einst wird vergehen alles zu Stoff
durch des Landes uralte Sagen.

Es kommt das Ende mit grausamen Schritten
und mit brutaler Gewalt,
ein jedes hat dann ausgelitten
und nichts hält seine Gestalt.








Kommentare

Es gibt noch keinen Kommentar zu diesem Gedicht

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.