Der Blutpoet

von Marcus Dichter aus der Kategorie Gedichte zum Nachdenken
und wurde am 30.10.2009 um 15:28:00 eingetragen.


Vorwort



Von Wut und Mitleid angetrieben,
dem freien Geiste treu geblieben,
zum Mittel die Gewalt gemacht,
gekämpft für deine eig`ne Schlacht.

Ein Mörder bist du, Tode bringend,
die Bestien in die Knie zwingend.

Ja, wer von niederem getrieben,
von Gier, der falschen Leidenschaft,
ward auf die Todeslist geschrieben
und starb durch deine zwingend`Kraft.




1. Akt 1. Szene

( Im Café Belleveue)

Marie Rosé:
Seid meiner Scham gewiss, doch wie noch war der Stand der Unterhaltung die wir führten, Louis?

Louis Rosé:
Keine Scham, Frau meines Glückes. Gerade noch behandelten wir der Frau Gouverneurs Ableben, belächelnd wie ich gestehen muss. Welch garstig` Weib, hat sich dem Suff ergeben. Sicherlich niemals mehr werden unsere Ohren dies fade Gewäsch aus ihrem Munde ertragen müssen. Helfet doch den armen Waisen, ha, mögen sie sich selbst doch helfen. Umsonst nicht, sind höheren Standes wir geboren, soll anderswer die Kreuzer ihnen hinwerfen, `s ist so und so ihr Schicksal des frühen Todes und `s liegt nicht mir im Ermessen, noch im Willen ihnen dies Schicksal zu entreißen. Marie, Marie, höret ihr mich?

M.R.:
Verzeihet, mein Blick kann nicht ab sich wenden. Seht dort drüben wo die niederen Gestalten sich tummeln vor des Cafés Fenster. Gierigen Blickes betrachten sie uns.
Es ist als fühlt` ich ihre Pranken schon am Halse, geifernd und lechzend meines Leibes. O Louis, vertreiben sollt sie einer. Sieh doch, die Unholde wagen einzutreten.

L.R.:
Sorget euch nicht, schaut näher hin. Ihr Weg wurd` schon durchbrochen vom Personal des Hauses. Gewürm, gebe doch einer sie zum Schusse frei welch Freud` könnt` mich befallen, noch mehr als auf der Hirschjagd. (lachend) Den haarigen Schädel könnt gut an meiner Wand ich denken, doch müsst` man tausendfach ihn waschen zuvor. Da seht, sie buhlen unsrer Aufmerksamkeit willen, schauet nicht hin es könnte euren Augen schaden.

Kellner:
Vielmals der Verzeihung Herr. Die Bettler vor der Tür suchen euch einen Kreuzer zu erflehen, wollt schon hinweg sie treiben doch ist ein Kind bei ihnen von schmächtiger Erscheinung und sie bitten seines Hungers Willen, dies erweichte mich euch zu fragen.

L.R:
Jagd`s fort das Gesindel. Mag dies Kind sich Ratten fangen, wie schon die Armen zu des Krieges Zeiten die stets man wohlgenährt zu finden pflegte. Tragt Sorge, dass sie meines Blickes weichen, ihr wollt doch nicht mich selbst bemühen dies zu tun. Hinweg mit euch und jaget sie hin wo immer sie nicht zu gewahren sind, elendes Bettlervolk.

Kellner:
Sehr wohl der Herr. (geht eiligen Schrittes ab)

M.R.:
Weg sind sie, mein Gemüt erhellt sich wieder. Habt Dank für Mann der Tat zu sein, o mein Louis. So werd heut Nacht ich euch entlohnen für euren Heldenmut.

L.R.:
Nicht zuviel des Lobes, doch euer Angebot wird sicherlich nicht auf Ablehnung stoßen. (Blickt zum Fenster und schreit)
Wieder steht ihr da? Wurd`s euch nicht klar gesagt? So höret es aus meinem Munde. Packt euch stinkender Abschaum oder muss des Wachtmeisters Hilfe herbeigerufen werden? (Blickt, den Kellner suchend, herum) Man muss euch wohl die Arbeit nehmen und euch auf die Straße werfen. Dies Gesindel weilt noch immer dort zur Tür, lasst mich des Hauses Herren sprechen, sofort.

Kellner:
Zürnt mir nicht, ich bitte euch. Mein Blick stand hin zum Wohl der Gäste nimmer könnt ich eurem Wunsche widerstreben werter Herr. Seht, sind schon fort, die Bettler.

L.R.:
Dank mir, Unhold. Nun rufet mir den Herren denn meine Klage soll nicht unerhört sein, erhoffet die Gunst seiner Milde und nicht der meinen.

Kellner:
Ich bitte euch, nein erflehe mein Herr. Selbst der Beschwerde eine einzige könnt` mir die Arbeit nehmen, dann müsst ich es gleich tun den Bettlern draußen. Mir graut davor. O bitte wieder und nochmals wieder sagt nichts zu meiner Arbeit Geber.

L.R.:
Haltet ein das Geheul, zum letzten Male schick` ich nun nach deinem Herren, bewege dich und heule draußen mit den Hunden wie`s dir beliebt.

(Kellner geht bedrückt ab)


(Kellner kehrt mit dem Hausherren wieder vorbei an Dichters Tisch welcher die Szenerie verfolgte)

Dichter:
Herrenvolk ist scheinbar dort befindlich, von Hochmut getragen. Was ist es das ich fühle? Steigender Zorn, Hass von mächtiger Gestalt und Glückseligkeit vom Wissen baldigen Geschehens. Geschehen für welches mir zu danken sei. Mir, der nichts besitzt, nicht Geld, nicht Glück und gar Leben. Mir, der nur zum einen Grund gekommen. Gerechtigkeit dem zu bringen der ihrer würdig ist, so wie dies Paar. Gerechtigkeit soll euch widerfahren von meiner Hand. Bluten sollt ihr und schreien wie nie geschrien ward. Verkleidet bin ich wie ein Narr, in edlem Gewand doch ist`s das einz`ge was mir im Besitze ist und noch der Wunsch der Straf` euch auszuliefern. Der Tod von meiner Hand. (lächelt grimmig) Wohl soll`s euch bekommen, wenn des Lebens ich beraube dich und diese dumpfe Dirn von falschem Adel.

(Besagtes Paar steht nach der Unterredung mit dem Chef des Hauses auf und macht sich fertig das Café zu verlassen)

Dichter:
Ah wohlan, zum letzten Gange schreitet ihr doch ist`s euch nicht bewusst noch heget ihr auch nur Gedanken dessen was euch blüht. Wie hass` ich Niedere eures Standes.
War`n von solchem Schlag doch die Gesellen die der Eltern Glück mir nahmen einst als ich noch jungen Blutes war. Mir noch kein einzig alternd` Haar im Angesicht zu sprießen wagte und die Seel` nicht schon der Schmerzen klagte. Doch, längst vergangen jene Zeiten feinster Wonne, gleich zur Nacht ein Hauch von Sonne. Jetzt sollt` die Eil` zur Hand ich nehmen um vor ihrem Heim sie abzufangen. Müsst` vorher noch des Messers Klinge stumpfen um ihrem Leid die nöt´ge Höh` zu geben. (wirft einige Münzen auf den Tisch) Schon bald wird`s Säckel blähen wieder des neuen Reichtums sich aus meiner Opfer Quell. (Steht auf und verlässt das Cafè kurz vor dem Paar)


1. Akt 2. Szene

(Vor dem Haus der Rosés welche soeben aus ihrem Wagen steigen und in den schwach beleuchteten Vorhof gehen. Es ist halb zwei Uhr Nachts)

Marie R.:
Mir scheint es müsst` die Heck` geschnitten werden, Louis. Wild wuchernd überdecket sie den Zaun so, dass des Nachbarn Haus nicht mehr erblickbar ist. Der Gärtner, Louis, habt ihr ihm freie Zeit gegeben?

Louis R.:
O nein, mein Edelstes. Ich sagt` ihm, lasse sprießen und halt`s in schöner Form zur größ`ren Abgeschiedenheit. Blicke wollt ich nimmer haben in uns`ren Zimmern. Eure Zustimmung, so dacht` ich, wäre mir gewiss.

Marie R.:
Dann sei`s wie`s ist. (kokett lächelnd) Keine Freiheit äuß`rer Blicke ist auch mir ein Lieberes. (sie blickt hinauf in den Himmel) Ach könnt` man nur erahnen die Blicke die dort oben noch zu finden, nicht wahr Louis.

Louis R.:
(selig) Wie wahr, wie wahr, mein Süßes.

Marie R.:
( Müde)Nun lass uns hineingehen und Morpheus Arme suchen, die Lider sind mir schon sehr schwer.

Louis R.:
Ihr vergaßet eure Reden im Café Madame. Wolltet ihr mir nicht den Heldenmut entlohnen, noch heut`?

Marie R.:
Noch heut, versprach ich. Doch war´s nicht nach der zwölf als ich´s gesagt? Bedenket Louis (lächelt nochmals und geht langsam zur Tür)

Louis R.:
Marie ich.... (Dichter tritt aus der Dunkelheit heran) ... wer seid.... (Dichter stößt ihm ein langes Messer ins Herz und mit brechenden Augen umfasst L. Rose` Dichters Handgelenk welches das Messer führte, dann schließt er die Augen und fällt tot zu Boden)

Marie R.:
(panisch schreiend) Louis, o mein Louis, der Himmel verfluche euch, Meuchler... (rennt zur Haustür, doch Dichter ist schneller und packt sie am Arm)

Dichter:
Rennet schnell mein derbes Kind, schnelle gleich dem herbstlich Wind, werdet sicher nicht entfliehen und dem Tode euch entziehen. Brüllet nur so laut ihr könnt, Rettung ist euch nicht vergönnt. Ich, des Racheengels Erbe unter eurer Stimm Getose euer Dasein nun verderbe und den Dolch ins Herze stoße.
(sticht in ihre Brust)
(Marie liegt tot am Boden, Dichter sieht auf die beiden Toten herab)
Sicher käme Gottes Segen diesen Menschen nun gelegen, doch nach meinem eig´nen Sinne, Glaube ist des Narren Minne drum Gerechtes kann Barbaren nur im Leben widerfahren. Dies ist was mich hält auf Erden, Böses muss gerichtet werden. (Dichter nimmt den Toten das Geld ab und verschwindet in der Dunkelheit)






1. Akt 3. Szene

(bei den vom Café vertriebenen Bettlern, in einer Seitenstraße nahe des Cafés)

Kind:
O Vater, Vater so übel ist mir. Brechen kann ich nicht, trotz dem krampft mir der Magen Schwäche übermannet mich, selbst Stehen ist kein Leichtes. Bitte Vater, hilf mir.

Vater:
Mein Kind, der Hunger ist`s du aßest doch schon Tage nichts. Dann nimmt`s die Kraft dir und des Magens Wohlgefallen. (kniet nieder und sieht sein Kind an)
Fürcht dich nicht bald wird`s dir besser gehen. (Sieht traurig hoch zum Himmel und sagt vom Kinde ungehört) Dies reine Kind muss deine Launen fühlen, elender Gott Genannter? Komm du mir vors Angesichte, die Kehl müsst´ ich herum dir drehen. Und die, die`s nicht verdienet haben, sie können sich am Mahle laben? Der Teufel möge doch erscheinen, sogleich ich einer von den Seinen, nur um dir Trotz zu bieten, wär.

Dichter:
Die Hilfe mein soll euch ereilen, nicht länger müsst in Pein verweilen. (Dichter tritt aus der Dunkelheit heran)

Vater: (erschrocken)
Wer seid ihr, Herr? Einer der uns Schaden will? Der Teufel gar?

Dichter:
Ein Dämon bin ich sicherlich auf eine Art, ein Dämon den die Teufel fürchten. Doch haltet euch nicht auf im Glauben denn dieser sicher nicht bracht` euch, was ich euch bringe. Hier, nehmet hin was ich euch gebe ihr vom Leben Getretener. (Dichter drückt ihm eine große Menge Geld in die Hand)

Vater:(misstrauisch doch mit Freude in der Stimme)
Was? Warum? Ich Glücklicher. Ist Gott, was hier darnieder kam?

Dichter:
Gott trug hierzu wohl das Wenigste bei. War nicht mein Rat an euch, dem Glauben zu entsagen? So will ich`s wiederholen. Nehmt den Glauben und werft ihn in die tiefsten Tiefen eurer Seele Meer. Glaubet an euch und eures Kindes Zukunft.

Vater:
Was bringet euch hierzu? Wer und auch Was seid ihr?

Dichter:
Nichts würd`s euch helfen dies zu wissen. Nehmt und gebet eurem Kind wessen es bedarf. Doch merket euch, sollt` ich erfahr´n, dass dies nicht eurem Kind zugute kam so müsst ihr graus`ge Rache fürchten. (Dichter verschwindet wieder in der Dunkelheit, der Vater blickt ihm nach).

Vater:
Er hat uns Licht herbei gebracht, doch ihn umgibt die finster` Nacht. Blut wird der Zukunft Zeilen schreiben.









2. Akt 1. Szene

( wieder im Café Bellevue)

(Dichter sitzt an einem Tisch, vor ihm ein Glas Weißwein. Er beobachtet einen dicken Mann am anderen Ende des Lokals)

Dichter:
Erneut seh` ich ein Monstrum sitzen, füllig, dreist und stets am schwitzen. Welch` Meng` an Leid verpflastert deinen Weg, so frag ich mich. Einer derer die dies Leben als erfüllend finden. Könnt` ich allmächtig sein so würd`s kein Leiden geben, doch kommen Allmacht nur jene nahe die`s nicht verdienen, beschaut man ihren Weg. Es ist der Zorn von vielen doch des Handelns fähig sind sie nicht. O Welt dein Unrecht dauert mich zutiefst. Zwar manche gibt es, Arme die des Glückes Flusse streifen, doch würd` man`s auf die Waage legen, wär`s eine Feder gegen Blei von Bergesgröße. Und ich, die zweite Feder, die Nadel der Justizia, bereit zu stechen. Zwar nicht um Schicksals Lauf zu ändern, ach könnt ich nur, und doch ein Windbruch fiesen Sturmes. Möget ihr, die Unterdrückten, euch erheben so wie ich. Nach Gleichheit streben, die Welt erretten. Herniederfahren wie ein Blitz, zerschmettern jedes Frevlers Haus. Vernichten sie nicht die Natur und Menschen die nicht fähig sich zu wehren, nur ihres Vorteils Willen? Zu Asche machet ihre Existenzen und alles was daran erinnert, zu Asche! (ballt die Fäuste)

(eine junge, schöne Frau tritt an Dichters Tisch heran)

Frau:
Verzeiht, dass ich euch störe, mir schien ihr wäret aufgebracht wegen eures wilden Blickes, dann sah ich Tränen in euren Augen glänzen. Es ist nicht meiner Art getreu, Fremde meiner zu bemühen, doch ihr, ihr gleicht dem Grashalm auf der Düne, dem Tropfen Öl im Wasserglas, so anders seid ihr, dies zog mich zu euch hin. Mein Begehr ist euren Namen zu erfahren, könnt ihr mir den Wunsch erfüllen?

Dichter:( leicht verblüfft)
Nur wenn es mir vergönnt zuvor des euren Namen Klang zu hören. (er lächelt)

Frau:
Nicole so ist mein Name…

Dichter:
…und weiter schöne Dame.

Nicole:
Nicole Ruso, doch bin ich wirklich keine Dame wenn ihr`s im edlen Sinne meint. Noch kein Jahr ist`s her, da stand ich bettelnd vor den Türen.

Dichter:
Das müsst ihr näher mir erzählen, doch höret erst den Namen mein. Marcus Dichter, aufs Äußerste erfreut. (Er gibt ihr die Hand)

Nicole:
Dasselbe gilt für mich.

Dichter:
Setzt euch zu mir wenn`s euch lieb ist.

Nicole:( setzt sich neben ihn)
Wollt ihr mir erst von eurem Gram erzählen?



Dichter:
Nur das Schlechte dieser Welt war was mir das Denken trübte, lasst uns nicht weiter davon sprechen, ´s ist eh ein Tropfen nur von vielen, die die Welt nicht ändern können.

Nicole:
Können nicht Tropfen Meere bilden? Und können nicht Meere Land verändern? Hat dann ein Tropfen nicht größ´ren Wert als man ihm zuschreibt?

Dichter:
Mag sein, mag sein, nur ist`s ein Tropfen Öl von dem ich rede doch ist kein Meer von Öl mir bekannt. Würd` lieber euer Schicksal hören wenn´s nicht unerzählbar ist.

Nicole:
Muss man euch reiben wie ein Korn damit das Mehl zum Vorschein kommt?

Dichter:
Mir euren zarten Fingern könnt man mir sicher mehr entlocken. Doch bitte lasst mir mein Geheimnis, zu and`rer Zeit will ich`s verkünden euch allein. Eure Geschichte sei zur Mitte hin gestellt.

Nicole:
Sie ist sehr schnell erzählt. Ich war ein armes Mädchen einst, die Eltern starben mir schon früh. So lebt` ich auf der Straße vom Flehen nach Gefälligkeit. Bettlertum könnt man`s auch nennen.

Dichter:
Ich sah euch nie hier auf den Straßen.

Nicole:
Hier lebt´ ich auch nicht. Die Flucht vor der Erinnerung trieb mich aus meiner Stadt hinaus, ich wollt` mein Leben neu beginnen.

Dichter:
Was half euch, wie kamt ihr zu Geld?

Nicole:
Die Schrift, sie war`s. Ich schrieb ein Büchlein meiner Qualen, und Wunder, die Leute kauften es. So kam`s zu kleinem Wohlstand der mir die Rettung war.

Dichter:
Welch glückliche Geschichte, wahrlich ihr habt’ s verdient, das gute Leben.

Nicole:
So sehr wie jeder andere der leidend ist, dem nie das Gute widerfährt. Drum geb ich größtenteils mein Geld den Armen, nur was zum Leben nötig ist behalt ich ein.

Dichter:
Wie kommt`s dann, dass ihr euch an solchem Ort befindet, im edelsten Café der Stadt?

Nicole:
Einladung mein Herr. Seit ich Bekanntheit erlangte kann ich vor solchen mich kaum retten. Seht die Gesellschaft dort drüben ( sie zeigt an einen großen Tisch, umringt von einigen, teilweise seltsam gekleideten, Menschen ) Das ist die Schreiberliga, die meisten aus der Gosse stammend, sie haben mich hierher zur Diskussion geladen. Sonst würd` man mich hier niemals treffen.

(der Dicke, von Dichter anfangs beobachtete, Herr steht auf und geht)

Dichter:
Verzeiht mir vielmals, doch muss ich leider gehen. Wichtige Geschäfte stehen an. Es würd` mich mit Entzücken füllen, könnt` ich euch wiedersehen. Seid ihr der gleichen Meinung?


Nicole:
Kommt morgen um die gleiche Zeit hierher, ich werde euch erwarten. An ander`m Orte, wenn ander` Ort in dieser Stadt bekannt mir wäre. Doch weile ich, wie ich schon sagte, noch nicht sehr lange hier.

Dichter:
So werden wir uns morgen sehen. Bis dahin lebet wohl.

Nicole:
So auch ihr, Geheimnisvoller. (lächelt Dichter an)

(Dichter steht auf, lächelt zurück, hebt die Hand zum Gruß und geht)


2. Akt 2. Szene

(während Dichter den dicken Mann verfolgt)

Dichter:
Was ist´s das mich befallen hat. Es fühlt sich an, so warm im Herzen. Bekam das Essen mir gar schlecht, dies fühlte sich wohl schlimmer an. Es ist als flög` ich durch die Lüfte, doch seh` ich keine Flügel. Nicole, dies Mädchen geht mir nicht vom Sinne. Eine Hexe muss sie sein die mich verzaubert hat. Ich kenne dies Gefühl von meiner Kindheit. Das kann´s nicht sein, fühle ich Glück. Nein, nein es ist der Wein. War wohl zuviel des Guten." Ich werde mir neue Kleider kaufen um morgen ihren Gefallen zu finden".
Was denk` ich da, verschwinde böses gutes Gedankenwerk, was auch immer, verschwinde wie du kamest. (er tritt gegen eine Laterne) Verschwinde, verschwinde. Ihr Bild im Geiste kann selbst der Schmerz nicht blenden. Mein Leib erzittert nur wenn ich ihres Blickes mich erinnere. Nicht der größte Künstler könnt solche Schönheit sich erdenken. Gäb´s Gott, so wäre sie sein Meisterwerk, bei meinem Leben, das wäre sie. Und ihre Stimme, süßer noch als Fässer voller Honig. Wie kann ich nur beenden dies Gefühl. Der Zorn, der mir die Kraft verleiht, er ist hinweg. Ich muss ihn wiederfinden. Es ist als wäre mir ihr Anlitz ins Gehirn gebrannt so wie ihr Duft und ihre Stimm` und ihre Worte. Weiche meinem Geist, oder muß ich den Arzt ersuchen dich mir heraus zu schneiden. Törichter Dichter, würd` er sagen, da gibt es nichts zu schneiden und nichts was zu tun möglich wäre. Im Netz der Liebe hast verfangen dich, Entkommen gibt es keines. Liebe? O nein, erkrankt an Liebe bin ich! Besser würd´ ich tausend Tode sterben. `s ist um mich geschehen. Das soll der fette Bastard büßen so lang mich im Café zu halten, dass mich ein solcher Fluch ergreifen kann. Wo ist mein Dolch, ich werd auf off´ner Straß` ihm´s Leben nehmen. (Dichter zieht das Messer und will losstürmen doch er hält inne)

Was ficht mich an, was hält mich fest. Lasst los, ihr bösen Geister. Der Zorn, wo ist er nur? Nie musst` ich zwingen mich zur Tat. Ich will, ich muss und werde. Gehorcht mir, stümperhafte Beine und Hände. Gehorcht nun endlich! Verflucht seid ihr, was kann ich tun? (Dichter nimmt sein Messer und schneidet sich in den Arm) Da bist du wieder guter Schmerz, dacht schon du wärst mir abgefallen. Nun auf zur Tat, führe mich. (Dichter jagt auf den dicken Mann zu und sticht ihm von hinten in den Hals, dieser bricht röchelnd zusammen)

(ein Mann beobachtet Dichters Tat aus dem Dickicht, sein Name ist Johannes Dali)

Dali:
Wusst’ ich`s doch. Er ist der, den ich suchte. Der große, wundervolle dem meine Verehrung gilt. Stets war er da und folgte denen die des nächsten Morgens Opfer waren. Sollt’ ich das Wort jetzt an ihn richten und die Bewunderung kund ihm tun. `s könnte mich das Leben kosten. In seiner Raserei wär ich sein nächstes Ziel. Nein, nein viel eher muss ich im Café ihn sprechen. Und ihm Beweis für meine Treue bringen. O sieh nur wie er’s Messer schwingt, ein wahres Licht der Mörderkunst. O Hannes, magst bald auch du in seinem Kreis verkehren. Zu wünschen wär’s dir. Welch mächt’ger Teufel ist er nur, ihm gleich werd` ich bald sein. Sehr bald.
(Dali verschwindet lautlos)

( Dichter vor dem Opfer stehend)

Dichter:
Mich dauert, dass ich`s tat. Warum? Nicht weil er´s nicht verdient. Nicht weil das Mitleid mich ergriff. Der Zorn war nur von kurzer Dauer, erloschen ist er. Mein Werk, ich kann´s nicht mehr vollführen. Nein, die Stimmung wird schon wiederkehren. Ein falscher Tag muss heute sein, so kann´s den Meisten gehn. Ebbe folgt bekanntlich Flut, die Tage werden´s wieder ebnen. (Dichter geht ab)



3. Szene

(Dichter sitzt mit Nicole auf einer Bank am Stadtrand)

Nicole:
Wundervoll war der Einfall das Café zu verlassen und diesen Ort zu wählen. Seid ihr des Öfteren zu finden hier?

Dichter:
Einst als ich jünger war, seit letztem Male ist`s lange Zeiten her. Ich könnt` mich nicht entsinnen und euch´s genau benennen. Oft führten meine Eltern mich in jungen Jahren her. ( Wehmütig) Zeit vergeht, dem Rauch im Winde gleich.


Nicole:
Wo sind die Eltern heut`?

Dichter:
Vergangen wie die Zeit. Vergangen ohne Wiederkehr.

Nicole:
Zürnt mir nicht, doch frag ich mich, wie kam´s dazu?

Dichter:
Ich will´s euch sagen, gebet mir den Moment der Sammlung.

Nicole:
Ihr müsst nicht, lasst uns ander` Ding` besprechen.

Dichter:
Nie sprach ich, nun will ich sprechen, zu euch allein. Tischler war mein Vater einst und meine Mutter euch gleich, schrieb Bücher von Liebe und Glückseligkeit. Ein Anwesen am Rand der Stadt, dort wuchs ich auf. Behüt`, geliebt, versorgt mit allem was mir nötig war. Es war nicht groß, das Haus und doch würd man`s nicht Hütte nennen. Mit großem Garten, gepflegt von meiner Mutter Hand. Ich fühlt´ mich wohl wie ich´s nie mehr erlebt.

Nicole:
Lebt ihr noch dort?

Dichter:
Nein, höret weiter zu.

Nicole:
Verzeiht.

Dichter:
An einem Tag, wie gestern kommt´s mir vor, da kamen edle Herren an. Dem Anschein nach waren sie edel, wohlgemerkt. Vor kurzem hatt´ die Dreizehn ich erreicht und fühlt´ mich schon als ganzer Mann. Sie traten ein zum Gartentor und schickten mich den Vater zu holen. Ich tat wie mir geheißen, dann blieb ich ihnen nahe stehen. Sie sagten mir, hinweg mit dir, erfreue dich an Spielereien. Auf sie wollt` ich nicht hören doch auch mein Vater schickt´ mich weg. Ich tat als würd ich´s befolgen und trollte mich, schlich aber hinterrücks von ihnen ins Gebüsch und lauschte ihren Worten. Sie wollten eine Straße bauen inmitten unseres Gartens. Mein Vater verneinte ihre Angebote so viele es auch waren, da fingen sie zu drohen an. Meines Vaters Wut schien unbegrenzt so jagte schreiend er sie zum Tor hinaus. Sieben Tage später hatt` ich´s längst vergessen. Dann kam die Nacht in der sich´s ändern sollte. Dazu muss ich sagen, dass mir´s zur Gewohnheit geworden war mich manches Mal des Nachts zum Fenster hinaus zu stehlen, um mich mit Freunden zu vergnügen. So kam es auch in jener Nacht. Die Eltern waren längst zu Bett, ich tollte draußen auf den Straßen mit fünf sechs anderen meines Alters. Als dann die Müdigkeit auch mich erhaschte, trat ich den Rückweg an. Aus dem Dunkel eines Seitenweges kam ich an unser Haus heran, da stand er, dieser schwarze Wagen. An ihn konnt` ich mich erinnern, ´s war der Wagen der besagte Edelmänner Tage zuvor zu unserem Hause bracht`. Im Moment meiner Ankunft konnt` schwarze Gestalten ich in ihn steigen sehen. Vom Hause her war´n sie gekommen und Schauer überfiel mich. Lichtlos und leise fuhr hinweg der Wagen. Eilig rannte ich zum Hause hin und roch auch schon den dumpfen Duft verbrennender Dinge. Alsdann ich´s Gartentor erreichte, fiel´s Licht von Flammen mir in beide Augen, ja ´s Haus in Feuer stehend sah ich.

Nicole: (entsetzt)
O nein! Und eure Eltern?

Dichter:
Drin war´n sie noch (legt das Gesicht in die Hände und verweilt kurze Zeit)
Doch lasst mich fertig sprechen. In panischem Eifer suchte ich die Tür einzutreten und ´s gelang mir auch da schlug das Feuer mir entgegen. Ich wich ihm aus und stürzte,
dann verlor ich meine Sinne. Als ich erwachte lag ich schon im Haus der Kranken und erblickte drei Frauen die sich vor meinem Bette versammelt hatten. Sie waren vom Amt der Jugend, gesandt mich ins Heim für Waisen zu bringen.

Nicole:
Ihr Unglücklicher (sieht ihn betroffen an)

Dichter:
Wartet ab, den letzten Teil dieses Martyriums. Bei den Waisen blieb ich über den Rest der Kindheit. Zu gleicher Zeit ward das Grundstück meiner Eltern den Edelmännern verkauft mit Hilfe schurk´scher Advokaten zum Preis nicht eines zehnten Teils des wahren Wertes. So ist nun heut ein breites widerwärtig` Sträßchen dort.

Nicole:
Wie könnt ihr das Ertragen, ich selbst kann`s nicht obwohl es nicht mein Schicksal ist. Wie oft sieht man das Böse die Welt regier`n und Menschen quälen, Menschen wie euch. Gerechtes mangelt dieser Welt.

Dichter:
Gerechtes, Böses gibt es nicht gleichwie das Gute.

Nicole:
Wie meint ihr das?

Dichter:
Kein Gut noch Böse gibt´s auf Erden, weil Gutes tun kann böse sein sowie im Gegenteil. Siehst du´s nicht an allen Tagen? Gehst hinaus zu kalter Zeit du, ladest Frierende zu dir ins Haus, mit Öl geheizet. Dann gibst zur Wonne Kaffee ihnen und Kuchen und denkst an Lohn für gute Tat. Doch beschaust du´s dann von and`rer Seit`? Dies Öl mit dem du´s Hause heizest, wärmst nicht die Welt du damit auf, lässt Meere steigen durch der Pole Schmelzen, machst Wüsten größer als sie je gewesen, und somit auch die Leiden derer, die dort finden sich. Und Kaffee den du reichest, von leidend Kinderhand geerntet. Gewachsen auf Boden der einst Bäumen des Regenwaldes die Heimat war. So ist und war in jedem Stück von Gutem ein Böses einfachst auffindbar.

Nicole:
Es mag so sein zumeist. Doch wie ist´s, seh ich einen fallen auf´s Gesicht und helf` ihm mit den eignen Händen nur. Ist´s dann nicht Gutes rein und klar?

Dichter:
Antwort` mir auf eine Frag` zuerst.

Nicole:
Herbei damit.

Dichter:
Kann Egoismus Gutes sein? Kann einer der sich selbst zum Wohlgefallen etwas tut, als Gut geheißen werden? Selbst wenn´s im Zufall Gutes schafft?

Nicole:
Genau bedacht muss " Nein" ich sagen.

Dichter:
Und wenn du dies verneinst, so frage dich, was fühlest du, wenn einen Leidenden du siehst. Fühlst gut du dich oder gar schlecht?


Nicole:
Natürlich schlecht, sonst hülf` ich nicht.

Dichter:
Und dieser Punkt ist´s der die Wahrheit birgt. Wie fühlest du dich, hast du geholfen?

Nicole:
Wohler sicherlich.

Dichter:
Du fühlst dich schlecht zuvor und dann geht´s besser dir. Hast du´s dann nicht für dich getan, um feiner dich zu fühlen? Und ist das Streben hin zum eignen Wohle nicht was du zum Schlechten zähltest. So ist´s mit allem deinem Wirken das du Gutes tun nennst. In vielerlei Gewand kommt Selbstsinn an, du musst verstehen zu entkleiden selbigen. Ja jeglich Ideal, vom Ich zerschlagen tausendsplittrich, die Kunst der eigenen Erkenntnis. Die Emotionen sind´s die deinen Weg bestimmen. Dem einen raten sie, vernichte, werde reich, gib nichts auf anderer Befinden. Dem andern Raten sie zu Helfen, zu Heilen und zu Retten. Und beiden bescheren sie dann´s Gleiche, wohliges Gefühl im Bauche. Gefangene sind wir unsres eigenen Befindens und denken doch, die Entscheidung unseres Tuns liege bei uns selbst. Nur Rädchen sind wir, einer Uhr, die glauben sie könnten die Zeit bestimmen und wirklich nur ein Teil der Zeit sind.

Nicole:
So glaubt ihr an göttlich` Werk?

Dichter:
Hatt´ Gott ich erwähnt?

Nicole:
Nein, doch glaubt ich´s heraus zu hören.

Dichter:
Dann habt ihr falsch geglaubt. Der Glaube ist ein Hirschgeweih, merkt´s euch.

(Nicole sieht ihn fragend an)

Dichter:
Fragtet ihr euch nie wie dies Geweih dem Hirsche Nutzen bringt?

Nicole:
Nie kam´s mir in den Sinn.

Dichter:
Es bringt ihm keinen. Zu groß und schwer ist´s um sich damit der Räuber zu erwehren. Gefährlich ist´s im Kampfe es zu nutzen, denn bricht es ab kann er verbluten. Warum so glaubt ihr ist es dann so groß geworden?

Nicole:
Erhellt mich.

Dichter:
Die Kraft die jener Hirsch besitzen muss um solch mächtig Unding durch die Wälder zu tragen, sie ist der Kern. Ein solcher Hirsch muss Kräfte haben, die die der andern überfliegen. Wär er nur einmal krank könnt er sich ´s eigne Grab erschaufeln. Und schafft er´s niemals krank zu sein muss er die besten Gene haben. Und wen könnt sich die Hirschkuh Besseren erwählen als den der beste Gene birgt.

Nicole:
So ist´s im Glauben?


Dichter:
Ein Teil davon ist´s sicherlich. Die Menschen die zu frühen Zeiten nach langer Arbeit noch Kräfte hatten Gott zu verfallen waren die Stärksten. Und weiter war ihr Zusammenhalt der stärkste. Der Lohn der Gruppe in gefährlichen Zeiten ist das Leben. Der Lohn des Glaubens ist die Gemeinschaft, die Zusammengehörigkeit und der gegenseitige Schutz. Jene, die nicht glaubten waren jene die verloren. Diese Seiten besitzt der Glaube. Stärke trotz Schwäche. Freiheit trotz Gefangenschaft. Freude trotz der Gewissheit des endlichen Lebens. Glück trotz dem Unglück der verlorenen Geliebten. Nehmt mich, ich glaube nicht und mein Gemüt ist dunkel. Der Gläubige wird immer Rettung finden im Glauben.

Nicole:
So ist der Glaube doch etwas Gutes.

Dichter:
Ja und nein. Er kann die Rettung bergen in der Not. Doch kann die Flucht zum Glauben auch das Aufgeben im Leben sein. Ihr seht, genau zu sagen ist nichts. Es hängt immer davon ab, wohin ein Same fällt wenn er keimen soll. So macht´ mich´s Schicksal wie ich bin und wie´s auch euch gemacht hat.

Nicole:
So glaubt ihr, all die Weisen die dem Glauben folgen irren?

Dichter:
Ja sie irren, umher in eig´ner Angst und eigenen Gefühlen. Die Ärzte wie die Zahlengaukler, die Sternenkundler wie die Theologen. Sie alle folgen diesem Licht wie die Fliegen dem Schein der Laternen. Bedenket eines meine Liebe, die Endlichkeit der Existenz sowie der Schmerz derselben sind nur ein Teil des Glaubens. Solche, die großen Wissens mächtig sind, versinken oft tiefer noch im Sumpf der Umnachtung. Der Einfache hängt selten am Abgrund der Erkenntnis, fällt er hinab so ist es ihm so gleich als stünde er oben. Nur eine Schnur unsäglich dünn kann er umklammern. Doch der Wissende hat hundert Schnüre die ihm Beweise sind Gottes. Er findet sie wohin er sieht. Nicht nur die Weisheit bringt Erkenntnis, zu verzichten ist der Schlüssel, Verzicht aller Geborgenheit im Glauben. Nehmt einen Liebenden dessen Geliebte ihm schlechtes will. Selbst wenn er ihre bösen Pläne kennt und sicher ist, dass sie die Liebe ihm nicht wiedergibt, hält er sie fest. Findet tausend Gründe ihr weiter zu vertrauen. Oder das Kind, das seiner Mutter Liebe selbst mit ihrer Faust im Gesicht noch bezeugen kann. So ist der Glaube ein Bett, das dich weich und warm zum Schlafen bringt. Wer will schon tauschen gegen harten Stein von Erkenntnis wenn der Lohn eben nur die Erkenntnis ist. Seht euch die Menschen an, erblicken sie Dinge die außerhalb ihres Verstehens sind, erklären sie sich selb´ge mit Dingen die noch weiter außen stehen. Sie sehen das Leben, die Sterne, die Liebe und den Tod und erkennen Gott, dessen Erklärung noch viel unbeschreiblicher ist. Sie sehen einen Stein der zu Boden fällt und meinen es müsse einen Finger geben der ihn hinabdrückt. Sie erleben Ungerechtes und wissen von Gerechtigkeit im Himmelreich. So tragen sie ihr schweres Los mit Lächeln im Antlitz.

Nicole:
Dann sag mir bitte wie der eure Glaube ist.

Dichter:
Ich glaube, nicht und nie zu wissen was zu glauben richtig ist. Nur eines gibt es das ich weiß, Gesetze haben uns geschaffen und Gesetze lassen uns vergehen. Die Erkenntnis ist nicht das Wissen der Wahrheit nur das Sehen des Unwahren.

Nicole:
Ganz versteh ich euch noch nicht, doch werd ich´s sicher dereinst tun wenn ich euch mehr noch um mich habe.

Dichter:
Ihr wollt mich um euch haben?



Nicole:
Nie traf ich einen Menschen der dir glich. Deine Worte zeugen von Tiefe, Tiefe die ich nie erfühlte. `s wär mehr noch als ein Fehler dich wieder aus meinem Leben treten zu lassen. (sie küsst Dichter, dann steht sie auf) Düster sind deine Worte doch ist dein Blick als würden Engel aus dir sprechen. Du sagst es gibt kein Gutes auf Erden und doch waren die Worte dein als wir hierher uns begaben, ,, Alles Leben dieser Welt ist Bruder und Schwester".

Dichter:
Dem ist auch so. Geschwister sind uns die Tiere und die Pflanzen.

Nicole:
Drum bist du gut auch wenn du´s nicht haben willst. (lächelt ihn an) Mit diesen Worten will ich geh´n, sie mögen dich bewegen und morgen früh dich wiederseh´n, dein Frohsinn soll sich regen. (sie küsst ihn nochmals und geht ab)

Dichter: (sieht ihr nachdenklich nach)
Wenn alle Brüder sind, so sind auch alle Brudermörder weil´s Leben sie durch ander Leben länger machen. O süße Frau, wie kannst du nur dein Herz mir schenken wollen.
Dem tiefen dunklen Wasser das sich Marcus Dichter nennt, du wirst ertrinken und ich dir gleich im eig´nen Nass. (stemmt den Kopf in die Hände) Mir ist als würden tausend sanfte Finger mir den Bauche streicheln und gleichermaßen Dolche mir ins Herz gestoßen. Ich werde nie mehr Rache üben, die Kraft ist mir genommen von diesem wundersam` Geschöpf. (schreit zum Himmel) Von nun an kann Ich Marcus Dichter, gar nimmer wirken mehr als Richter. Ab heute dies ein and´rer mache, es darf nicht sein das End´ der Rache.

3. Akt 1. Szene

(Dichter sitzt alleine im Café Bellevue, Dali beobachtet ihn)

Dichter:
Eine Stund ist´s noch da wir uns treffen wollen und doch sitz ich schon hier und harre ihrer. O Dichter, hast vom Stein zur Watte dich gewandelt, vom schweren Sturm zum milden Fön der warmen Tage. Die Hände feucht vom Schweiße freudiger Erwartung, wie konnt´s nur dazu kommen. Die Sehnsucht brennt wie Feuer mir im Herzen, wo bleibt dies unglaubliche Wesen nur das mich zum Engelchen gemacht?

(Dali tritt an Dichter heran)

Dali:
Der Herr, darf ich mich zu euch setzen?
(Dichter blickt ihn verwundert an)

Dichter:
Sicher dürft ihr, doch kann ich euch die Zeit nicht lange widmen.

Dali:
Nur ein paar Worte will ich euch erzählen, von mir und euch.

Dichter:
`s wär mir nicht bekannt euch je geseh´n zu haben, doch setzt euch und erleuchtet mich.

Dali:
Gedankt sei´s euch. (setzt sich zu ihm)

Dichter:
Sprecht, sind wir schon früher uns begegnet?


Dali:
Zu Hauf und dennoch nahmt ihr mich nie wahr. Ich kenne eure Leidenschaft, mit eig`nen Augen hab ich sie geseh´n. Ein Mörder seid ihr, höchsten Grades.

Dichter:
Was wollt ihr mir erzählen? Soll ich den Kiefer euch zertrümmern, infamer Lügen wegen?

Dali:
Beruhiget euch, ich bin vom gleichen Schlage. Ich will euch bitten, der Lehrer mir zu sein. Wollt ich euch ans Messer liefern hätt´s längstens ich getan.

Dichter:
Euch scheint der Wein zu Kopf gestiegen?

Dali:
Gleichwie dem Ehepaar Rosé oder dem fetten Geldverehrer den neulich sie, in seinem Blute liegend, am Rand der Straße fanden?

Dichter:
(steh auf und wird laut) Muss ich euch´s Innerste nach außen wenden Elender, was wollt ihr bezwecken mit solcherlei Geschichten?

Dali:
Zum eignen Wohle will ich euch ruhige Stimme raten. (Dichter sieht sich um und setzt sich wieder)
Glaubt mir, ich will in eure Lehre geh´n. Auch ich empfinde Freude an der Meuchelei. Ein Jahr lang sah ich euch dabei, doch treiben Ängste vieler Art mich nicht euch nach zu tun. Drum sollt ihr mich im Morden üben. Die schönste Fantasie ist es den anderen die Kehl zu öffnen, den anderen den Kopf zu spalten. Nehmt mich mit auf eure Züge, zeiget mir wie sich die Angst bekämpfen lässt. Die Angst des Opfers Opfer zu werden und auch die Angst dem Ordnungshüter in die Händ` zu fallen. Ihr müsst´s mir zeigen, ihr müsst.

Dichter:
Nichts werd ich tun dergleichen. Kein Freund des Tötens bin ich, auch nicht die Gier nach Blut hat mich getrieben. Glaubt nicht, dass ich euch ähnlich wäre. Gerechtes tat ich stets. Nur Blut von Schuldigen hab ich vergossen im Namen derer die den Schuldigen zum Opfer fielen. Ihr wollt morden um des Mordens willen, so seid ihr denen ähnlicher, die meine Hand zu Tode brachte. Fort mit euch, die Zeit der Morde ist vorbei.

Dali:
Verhöhnen wollt ihr mich, das weiß ich. Noch immer könnt ihr mir nicht trauen. Ich nehm´s als erste der Lektionen.

Dichter:
Seid ihr des Wahns? Verschwindet, sonst werdet ihr mein letztes Opfer. Zum letzten Male sag ich´s euch, selbst wenn ich wär wie ihr, ein neues Leben brech` ich an, und ihr seid´s Letzte was ich darin finden will. Geht hinaus, beschert euch Weib und Kind, vergesst den Wunsch Gräuel zu begeh`n.

Dali:
Ihr wollt mich prüfen. Ja das wollt ihr, ich seh´s in euren Augen. Die Prüfung werde ich bestehen. Ihr sollt von mir begeistert sein.

Dichter: (laut)
Hinfort mit euch, sonst schraub ich euch das Haupt vom Leib. Bedenkt die Worte die ich sprach. Sie waren voller Ernst gesagt.


Dali: (steht auf)
Stolz wird euch erfüllen bei meiner Wiederkehr, mein Lehrer. (geht ab)

Dichter: (wütend, Dali nachsehend)
Der Hieb, der dich zum Narren machte, hätt` dich zum Toten machen sollen.

(Nicole tritt an Dichter heran)

Nicole: (lächelnd)
Seid gegrüßt mein edler Ritter, was hat die Miene dir verdunkelt? (Dichter lächelt zurück)
Schon wird sie heller, so find ich weitaus mehr Gefallen, ich wusste, dass du des Lächelns mächtig bist, erst letztens sah ich´s schon einmal.

Dichter:
So oft sah ich die Sonne niedergehen in wunderschönen Farben, so oft war ich verzückt zu Mozarts Violinenklängen so oft erfuhr ich Wonnen uns`rer Erde doch dein Klang und Sein strahlt mehr als alles was ich je erlebt. Von dieser Welt kannst sicher du nicht stammen. Auch wenn es Gott nicht geben kann, den Himmel gibt es sicherlich denn daher musst du kommen. (sie küssen sich)

(Dali betritt erneut das Café und beobachtet die beiden)

Dali:
Mein Opfer ist erwählt. Mein Lehrer, ich werde es dir bringen, den Kopf auf ein Tablett gelegt. Du hast´s als Prüfung mir erkoren. Dein Lehrling wird dich nicht enttäuschen, noch heute abend soll´s vollbracht sein. (geht ab)


2. Szene
(in Nicoles Wohnung, Dichter steht bei ihr)

Nicole:
Lieb von dir mich her zu bringen. Lass eine Unterhaltung uns noch führen, zu dem Gespräch das letztens an der Bank wir hatten. Ich machte mir ein paar Gedanken zu denen ich dich fragen muss.

Dichter:
Frag wie dir zumute ist meine Liebe.

Nicole:
Nun … (sie sieht auf den Boden und weicht erschrocken zurück)
Eine Spinne widerlicher, monströser Art (sie hebt den Fuß um die Spinne zu zertreten doch Dichter hält sie auf)

Dichter:
(finster blickend und mit schrofferer Stimme)
Du willst doch nicht dies Leben Grund seines Lebens töten?

Nicole:
Verzeih mir, es war ein Akt der Angst die vor diesen Tieren ich empfinde.

Dichter: (wieder freundlich)
So ist mir´s früher auch ergangen. Du wirst mit meiner Hilfe die Angst verlieren, die nächsten Tage will ich dafür nur verwenden, wenn´s auch deinem Willen nahe liegt.

Nicole:
Gern lass ich mir dabei helfen, Ängste sind kein schönes Ding.




(Dichter nimmt die Spinne sanft in die Hand und trägt sie hinaus, währen dessen spricht er vor sich hin)

Dichter:
Die Spinn´ in ihrem Netze haust
Von weißem seid´nen Faden
Gefährdet durch des Menschen Faust
Oft will ihr jener schaden

Ein Leben sie, der Wunder voll
Mit Beinen acht, zur Welt gebracht
Und mancher Ängst´ge heget Groll
Führt hin, die Spinn´ zur tödlich Nacht

Ein himmelschreiend Unrecht ist´s
Die Spinne zu entleben
Und Klage mein zur Welt hinaus
Dass Gnade ihr gegeben

Ihr Sein, es ist von großem Wert
Als gold´nes Ding auf Erden
Soll sie verschonet werden
Und müsst von uns sein stets verehrt.

(Dichter kommt zurück)

Nicole:
So sprach der junge, kluge Mann, der nicht an´s Gute glauben kann?

Dichter:
Das Gute gibt´s im Leben nicht doch im Gefühl ist mir´s verankert fest. So hatte ich´s bereits erwähnt.

Nicole:
Du hast so viel erwähnt und ich hab´s auch erhört. Doch alles konnt ich nicht im Geiste halten, was mich zu meinen Fragen wieder bringt.

Dichter:
Ich teilte dir Gedanken vieler Jahre mit, drum kann ich´s gut verstehen. Stell` ruhig mir deine Fragen.

Nicole:
Du sprichst vom Fehlen des Guten und des Schlechten und doch bist du besessen vom Sinne der Gerechtigkeit, an allen deinen Worten ist´s zu hören. Verstehen kann ich´s leider nicht.

Dichter:
Gerechtigkeit bedarf nicht guter oder schlechter Dinge. Sie ist gleich einer Waage mit zwei Seiten. Ist zu schwer die eine Seite muss der anderen mehr Gewicht auferlegt werden. Doch auch dies, wie alle andern Dinge die wir schätzen sind Mächte unsrer Emotion. Stell dir die Welt ohn` jeglich` Menschlein vor. In solcher Welt müsst´st nach Gerechtem lang du suchen. Nur der Mensch sieht die Moral und glaubt er muss danach sich richten. Nicht jeder Mensch natürlich. Verstehe, Gerechtigkeit zu sehen ist eine Eigenschaft so wie das Hören oder Riechen. Verwendung findet sie in uns`res Alltags Leben. Und ich, der sie vertreten will verfolge nur Instinkte von Natur gegeben.

Nicole:
Wenn das die Wahrheit ist, weswegen hörst du dann auf, was du Triebe nennst.

Dichter:
Erkenntnis heißt nicht Freiheit. Auch weiß ich von dem Unsinn körperlicher Liebe, wenn nicht ein Kind gezeuget werden soll und dennoch fröhne ich derselben. Ich weiß, der Wein kommt meinem Körper nicht zugute, gleichwohl trink` ich ihn. Gerechtigkeit und Mitgefühl für die Schwachen ist meine Sucht, mein Elixier der waren Wohltat. Sowie das Hören schöner Klänge der Musik ist mir das Streben nach dem Recht. Ich sage dir, zwei Formen gibt’s der Philosophie. Universell so ist die eine, die alles zu Gesetzen macht, Gesetzen der Natur. Subjektiv so ist die and´re, die eigene Gesetze schreibt, Moral könnt` man sie nennen. Individuell ist sie von Mensch zu Mensch. Doch darf man nie vergessen, dass jener subjektive Lebensweg nur Teil ist des Universellen.

(Nicole blickt betrübt auf den Boden)

Nicole:
Ich verstehe was du sagst doch glücklich macht mich´s nicht, denn alles was wir tun scheint dann den Sinn verlierend. Auch du glaubst nicht ans Helfen selbst, nur dein Gefühl zwingt dich´s zu tun.

Dichter:
Jetzt kennst du meiner dauerhaften Trauer Grund. Ein Spielball bin ich meiner Selbst, stetig fühlend das Leid der Leidenden, den Schmerz der Gepeinigten und wissend, dass nicht jeder dies Gefühl in sich trägt. Erkennend den Unsinn dies Gefühls, gezwungen mich danach zu richten. Doch jetzt nehme ich ein neues Fünkchen im öden Dunkel des Seins gewahr, dich. Zum ersten Mal erkenne ich, dass nicht der Sinn das Leben führen muss, ich muss es führen. (er gibt Nicole einen Kuss) Du sollst mein Sinn sein. Zum großen Teil verbracht mein Leben ich mit Denken und Suchen, mit Klage und Hass. Von nun an sei die and`re Seite mein Geleit.

Nicole:
An mir soll´s nicht liegen Geliebter. Ich bin dein und Glücklich dich aus jenem Sumpf zu ziehen in dem du zu versinken drohtest. (sie küssen sich)

Dichter:
Ich werde gehen, uns einen edlen Wein zu holen und edle Kost um dies Gefühl noch zu vollenden. Keine Stund soll vergeh´n so bin ich wieder hier.

Nicole:
Geh und kehre schnell zurück, ich will nicht lang dich missen.

(Dichter geht ab)

3. Szene


(donnernd springt die Türe auf und Dali steht in Nicoles Wohnung)

Nicole: (erschrocken schreiend)
Wer seid ihr?

Dali:(lachend, ein langes Messer in der Hand)
Euer Todesengel!

Nicole: ( in Panik)
Verschwindet, mein Geliebter wird gleich wiederkehren.

Dali:
Mag sein, doch retten wird´s euch auch nicht, von ihm bin ich gesand. Schaut nicht so erschrocken drein, ihr könnt´s ruhig glauben. Ein Mörder ist er und ich sein Geselle. Ihr seid mein Gesellenstück.

(er springt schnellen Schrittes auf die Erschrockene zu und sticht ihr das Messer tief in die Brust, ungläubig starrend bricht sie zusammen)



Dali: (frohlockend)
Es ist getan, es ist getan, jetzt wird er mich zu seinesgleichen küren. (tanzt um die Tote herum, und singt vor sich hin)
Es war nicht schwer, es war nicht schwer, jetzt gibt es diese Dirn nicht mehr. (springt wie toll im ganzen Raum herum) Ein Meister werd ich sicherlich schon bald, schon bald. (bleibt stehen und blickt auf den toten Leib) Jetzt ist nur noch eins zu tun, der Kopf muss ab vom Leib, dem Meister zum Gefallen werd auf dem Tisch ich ihn drapieren.


4. Szene

(Dichter tritt ein und sieht Dali)

Dichter:
Ihr? Was, in des Teufels Namen tut ihr hier?

Dali:
Ich tu wie ihr mir geheißen, seht mein Geschenk an euch, ich tat´s in eurem Namen. (Dali geht zur Seite und Dichter sieht Nicoles abgetrennten Kopf auf dem Tisch) Den Blick im Moment des Todes den sie hatte, ihr hättet euch zu Tode gelacht und als sie euren Namen hörte, als wär vom Donner sie gerührt. (Dali lacht lauthals)

(Dichter blickt schockiert auf das Szenario)

Dichter:
Mein Herz, mein Florentiner! Tod und Verderben! (er sinkt auf die Knie und stößt einen lauten Schrei aus)

Dali:(besorgt)
Ist dir´s nicht wohl im Leib?

Dichter: (Er blickt auf, sein Gesicht ist Wut verzerrt und Tränen rinnen seine Wangen hinab, er schreit laut)
Elendes Monster, sterben sollst du auf die schlimmste Art, stirb! (Dichter stürzt sich auf Dali, dieser sticht ihm das Messer welches er noch immer hält in den Bauch und flieht)

Dali: (zurück schreiend)
Was überkommt euch, das habt ihr nun davon, ´s lebt sich schlecht mit Messer in den Eingeweiden.

Dichter: (steht auf und zieht das Messer aus seinem Bauch, dann rennt er Dali nach, er holt ihn ein wirft ihn um und würgt ihn)

Schurke, fühlet meine Finger, die nun euch den Atem nehmen
eures schändlich Sein Bezwinger, und des Denkens euer, Schemen.
Spüret meine Rache fließen, meine Kräfte euch vernichten
soll der Tod durch sie jetzt sprießen, ich bin der, der wird euch richten.
Lasset eines mich euch lehren, keiner kann sich meiner wehren.
Mag auch ich denn baldig enden, euer Schicksal kann´s nicht wenden.

(er würgt Dali tot dann steht er auf und tritt ihm vielfach ins Gesicht)

(Dichter steht vor dem toten Körper Dalis und schreit verzweifelt in den Himmel, eine Anzahl von Menschen steht gaffend um die beiden herum unter ihnen ist der Bettler mit seinem Kind, dem er die Augen zuhält)

(Dichter bricht blutend zusammen und spricht mit ersterbender Stimme)


Dichter:
Mein Herze nun lacht, die Tat ist vollbracht, zugrunde gerichtet der Täter
ein Strahl blut´ger Sonne in finsterer Nacht, durchdringend im schwindenden Äther.

Bettler:
Darliegend in Blut, im Grabe bald ruht, der Rächer der Ärmlichen Seelen
mit Blick auf den Tod und doch ist es gut, nie mehr wird die Trauer ihn quälen.

Dichter:
O endliches Leben ich will dir vergeben, ja all deine grausigen Schläge
in Frieden werde zum Tode ich streben, und war meines Asts eigne Säge.
Doch kommt irgendwann, ins Leben ein Mann, der sein und auch tun wird wie ich
und keiner sich vor seinem Dolch retten kann, ja vor seinem rächenden Stich.
(er sieht den Bettler an)
Ach würd’s doch einen Himmel geben, in dem ich meine Liebste find
Die Seele mein empor sich heben, jetzt schwindet sie gleich warmen Wind.
Nun sterbe ich in Einsamkeit, sie ist mein allerletzt Geleit.
(er schließt die Augen und stirbt)


Bettler: (zum Publikum gewandt)
Böses kann, wie Gut auf Erden, nur von uns geschaffen werden.
Die Natur kennt solches nicht, nur für uns hat es Gewicht.
Dieses Wissen hatte Dichter, dennoch wirkte er als Richter.
Wegen seinen Emotionen, konnte er die Egoisten
Nicht vor seinem Zorn verschonen und sein Leben damit fristen.
Trotz dem Unsinn der Moral, fühlte er des Mitleids Qual,
dieses dann zwang ihn zu handeln, auf des Mörders Pfad zu wandeln.
Folgte diesem ohne wanken, höret nun seine Gedanken.

Tod, in tausend schönen Formen
Leiden, jenseits aller Normen.
Menschen die es übersehen, täglich froh zur Arbeit gehen.

Immer minder, für die Kinder, wird es in den armen Ländern
In den Händen ihrer Schinder, ausgeliefert jenen Schändern.
Auch der Umgang mit den Tieren, den der Mensch zu Tage legt,
muss den Sehenden schockieren, jeden der Gefühle hegt.

Es ist kein Topf zum Selbstbedienen, diese Welt in der wir leben,
unsrer Erde sollt’ beschienen, sein dass wir zum Wohl ihr streben.
Selb’ge die es nicht so sehen, Untat überall begehen,
wenn dem Dichter sie begegnen, wird es Schmerzen auf sie regnen.




(Viele Denker hier auf Erden, seinem Beispiel folgen werden.
Dichter war kein Mensch nun Mal, vielmehr ist er Ideal.)


Ende






Kommentare

Es gibt 3 Kommentare zu diesem Gedicht

Markus Dichter schrieb am 10.10.2010 um 02:53 Uhr folgenden Kommentar:
Marcus Dichter ist eine Kunstfigur, welche einen Fehler ausdrückt. Somit schwindet eh jegliche Kritik an seiner Selbstherrlichkeit, da sie eben nur erfunden ist.


Die große schwarze Tarantel schrieb am 10.10.2010 um 02:47 Uhr folgenden Kommentar:
Mag sein, aber auch jene die erfolgreich waren betrieben jenen Hochmut. Vielmehr noch ist Hochmut die einzige Chance etwas zu erreichen, denn wer nicht überzeugt von seinen Worten und Gedanken ist und dies die Welt erfahren lässt - wird niemals der Gewinner sein.


odin schrieb am 19.09.2010 um 03:27 Uhr folgenden Kommentar:
letzte zeilen : hochmut kommt vor den fall -- oder ??

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