Bislichs Nachgeschmack

von Mabel aus der Kategorie Lustige Gedichte
und wurde am 21 February 2008 um 11:48:57 eingetragen.


Wo die Pappelbäume rauschen / allein vom Wind beschwingt
saß ich in dieser Schule / der nichts so leicht gelingt …

Ich träumte in die Ferne / so manchen Augenblick
verlor an den Zensuren / Gefallen und Geschick …

Schob es gern auf später / was das Leben lehrt
habe es dann richtig / und makellos begehrt …

Niemals in Vereinen / beschwipst bei Lärm und Rauch
lieber ganz alleine / aus tief empfundnen Bauch …

Mochte keine Szenen / in abgestandner Luft
die soll dem Ende folgen / einst in erworbner Gruft …

Liebte stets die Stille / mit schöpferischer Kraft
und hab diverse Verse / zur Erinnerung geschafft …

Noch liegen sie auf Halde / und zeugen einst von dem
was die meisten mieden / blieb mir angenehm …

Songs und Anekdoten / fielen mir so zu
gelegentlich aus Bislich / akut, ohne Tabu …

Verborgen im Geheimen / galt mir manches Maß
das ich periodisch / und selbstzufrieden las …

Bis ich mächtig Sehnsucht / zu diesem Dörfchen hatte
es war an einem Montag / da empfand ich es in Watte …

Dornröschen kann nicht tiefer / im Schlaf gelegen haben
mir schien nicht nur der Hund / sondern jedermann begraben …

Traf keinen auf der Straße / durchmaß den ganzen Ort
machte meine Fotos / und verlor kein Wort …

Fuhr irritiert nach Hause / und frag mich oft warum
dreht man sich hier öfters / nach Wesler Kennzeichen um …

Sie parken wirklich täglich / vielfach in der Stadt
weil man dort zu wenig / Jobs und Chancen hat …

Kein Wunder, dass in Bislich / kaum tüchtige Manager starten
die können keinen Umsatz / von *Pooth* allein erwarten …

Hier lässt der Bürger gerne / sein Geld in Saus und Braus
so schickte es zumindest / die Web-Seite hinaus …

Fast national verschworen / hält man sich daran
was die Erwachsnen gelten / nimmt auch die Jugend an …

Peinlich, diese Bilder / im Internet zu sehen
wo die Augen über / beim Gelage gehen …

Es macht die Straßen einsam / aufs Private eingestellt
und keiner kann erwarten / dass mir dies gefällt …

Wie jener Stillstand artet / in negativer Weise
brenzlig, auch für uns / im örtlich fernen Kreise …

Denn weit und breit erobert / der Wesler mein Gebiet
obschon ich der Partei / zu Investoren riet …

Diese jedoch meinten / manch Wesler sei ein Schlag
den man lieber auswärts / als zuhause mag …

Sein Gemeinsinn wäre eher / aufs Wort *gemein* beschränkt
und jeder scheint zu wissen / was der andre denkt …

Da kaufen viele lieber / im nahen Umfeld ein
um in ihrer Ortschaft / nicht auffällig zu sein …

Sie wüßten gleich zu melden / wen sie schon gesehen
ist auch sonst nichts weiter / im Moment geschehen …

Hauptsache man redet / stets wenig über Gutes
weil man sowieso nicht / wüsste - welcher tut es …

Die Frauen profilieren / sich gerne in Vereinen
wo sie unabhängig / von ihren Männern scheinen …

Und diese unterstellen / den Gattinnen den Raum
wo sie nebenbei noch / nach was andrem schau´n …

Suchen nicht die Gründe / aber im Versagen
wissen wir die Zukunft / umfangreich geschlagen …

Im Müßiggang samt Warten / versiegt so mancher Sinn
diesen Ort zu retten / geht schließlich dahin …

Möchte appellieren / manche Wesensart zu prüfen
und mit weniger Kitsch / euren Alltag zu versüßen …

Merkwürdig, wie viele / Jahrzehnte schon vergangen
bevor mir diese Verse / zur Absendung gelangen …

© Mabel Poercy / Düsseldorf


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