Ausgestoßen

von Hölderlin aus der Kategorie Gedichte über Menschen
und wurde am 04.02.2012 um 14:54:00 eingetragen.

Ich schreibe für die armen "Schweine",
die in die Abfalleimer schaun,
die in den Ecken ganz alleine
verkümmern, keinem Menschen traun,
die in den Bahnhofshallen liegen,
auf Bänken und auf nacktem Grund,
die keine Stütze nirgends kriegen,
die schlimmer leben als ein Hund,
die weder Trost noch Hoffnung haben,
die keiner braucht und keiner mag,
die sich in Einsamkeit vergraben,
und die sich fürchten jeden Tag.
Ich schreibe für die armen "Schweine",
die vegetieren im Revier,
die nicht mehr kommen auf die Beine
und hängen an der Flasche Bier.
Als Menschen sind sie abgeschrieben,
erbärmlich sind sie anzuschaun.
Sie können niemanden mehr lieben
und keine Existenz aufbaun.
Für diese Menschen will ich schreiben,
die nicht mehr hören und nichts sehn,
die sich an niemanden mehr reiben,
ihr Schicksal längst nicht mehr verstehn.
Für diese Menschen will ich sprechen,
die grad` statistisch noch bestehn,
die schon zu schwach sind, sich zu rächen,
die ohne Worte von uns gehn.


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