Arbeitslager Bochum Gerthe im 2. Weltkrieg
von Georg Maria Wilke aus der Kategorie Gesellschaftskritisches
und wurde am 07.11.2010 um 15:16:00 eingetragen.
Mädchenhände, dürr wie Äste,
wie vom Baum, den Eiswind angeweht,
tausendfache Hoffnung eingeschlossen
in dem immerwährenden Gebet,
reichen in der kalten Kelle
warmes Wasser, hartes Brot -
sechzehn Stunden peitschte Arbeit
schmale Schultern durch den Schacht,
nun sind sie zerronnen,
das Tagewerk vollbracht -
schwarze Sonne steht am Himmel,
Sterne, weit und dunkelgrau,
das Zuhause, eine Baracke,
die mit hundert Mann belegt,
eine Stimme flüstert ängstlich,
Odem, der vom Kohlenstaub erregt:
" Geh jetzt schlafen, es ist schon spät."
Jeder neue Tag birgt Hoffnung,
doch an diesem Ort auch sie vergeht -
Leiden, Mühsal, kalte Herzen,
Frieden -
für Tausende, zu spät.