* Spaziergang*

von Joneda aus der Kategorie Gedichte zum Träumen
und wurde am 05.01.2012 um 16:44:00 eingetragen.

(Wie müde)

Wie müde schwebt mein schweres Haupt,
gedankenleichenhaft,
es hat sich selbst der Welt beraubt,
die sich dahin wohl rafft.


Wie Rüschen an des Fensters Borte,
wie Kleider, die Saison begeh`n,
wie Menschen aus der Landkohorte,
die Stuhl um Stuhl am Bette steh`n.


Ach, würd` ich nur, ach könnt` ich nur,
dem allen nur entflieh`n,
das Leben zieht die Lebensspur
und ich, ich träum` dahin.


Wie müde, Augen schlagen zu
und schlagen wieder auf,
ich nehme nun das Lebensbuch
und nehme es in Kauf.


Nie kann man wohl, nie wird man wohl,
perfekt für immer sein,
ich hege nunmehr keinen Groll
und bleib für mich allein.


Die Bäume jetzt, sie rufen mich,
komm` her, komm` zu uns raus
und wie sich Ast um Ast verschlingt,
bricht es aus mir heraus.


Die Sonne, die am Boden steht,
fast wird es feuerrot
und wie die Zeit, die Zeit versteht,
da stürz ich in den Tod.


Wie schön er ist, wie hell er klingt,
der Wind, er bläst dazu,
die Melodie, die aus ihm dringt,
sie bringt mir Fried` und Ruh`.

(5.1.12)




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