Zerstörende Eifersucht
von Ursula Schittenhelm aus der Kategorie Seelenschmerz
und wurde am 29.10.2011 um 10:47:00 eingetragen.
Wenn ich erwache, sehe ich dich,
wohin ich auch gehe, ich sehe nur dich,
bist du nicht bei mir, suche ich dich,
und kann ich dich nicht erreichen,
vermisse ich dich.
Stets bist du an meiner Seite,
gehst mit mir durch dick und dünn,
und immer wieder wird mir klar,
dass ohne dich verlor'n ich bin.
Wenn du mir sagst: "Ich lieb nur dich,
du bist die ganze Welt für mich",
dann höre ich der Glocken Klang,
und hören möcht' ich ihn -
ein Leben lang.
Und doch, ich sprür's seit langem schon,
da ist ein andrer, dumpfer Ton.
Dein Lachen ist nicht mehr so frei,
die Stimme ist nicht mehr so klar
wie sie einmal war.
Du gehst mit mir ins Bett wie einst,
und doch - wer ist es, die du meinst,
wenn du mir sagst: "Ich liebe dich",
und du mich liebst wie lange nicht?
Dieses Feuer gilt nicht mir,
es fehlt die Harmonie darin,
da ist nur pure Manneskraft,
und doch nicht echte Leidenschaft.
Wo ist die Zärtlichkeit geblieben,
der Kuss, die wunderbare Harmonie.
Wo ist dieses Spiel der Sinne,
der Gleichklang unsrer Symphonie?
Bilde ich es mir nur ein,
dass du nicht mehr derselbe bist,
kann es denn tatsächlich sein,
dass du eine Andre küsst?
Das Atmen fällt mir langsam schwer,
der Ring um meine Brust wird eng.
Mein Gott, ich liebe dich so sehr -
und Angst ergreift Besitz von mir.
Die mitleidigen Blicke von Freunden,
so will mir scheinen,
sie sagen deutlich: "Wir wissen Bescheid."
Und ich möchte rufen:
"Ich bin doch so glücklich",
doch ihre Blicke - die sagen:
"Du tust uns so leid."
Und mein Mann?
Immer öfter bleibt er fort;
sagt kein Wort, wo er nun bleibt,
und ich bin mit der Angst allein.
Mit dieser Angst und dieser Zeit,
die nicht vergeht - die wird zur Ewigkeit.
Immer tiefer dringt die Angst ins Herz,
fühlt er wirklich nicht den Schmerz,
der mich zerreißt?
Spürt er nicht, wie ich mich sehne,
auch wenn ich ihn bei ihr weiß?
Und eines Tages, da steht er vor mir
und sagt:"Ich gehe.
Heut noch geh ich fort von dir."
Und ich fange an zu weinen, sag:
"Das habe ich gewusst:
Warum nur tust du mir das an,
stillst woanders deine Lust?"
Und er - Was sagt er? Er sagt:
"Meine Liebe, die galt stets nur dir,
doch du, du hattest kein Vertrauen zu mir.
Niemals hat mein Herz einer Anderen gehört,
doch deine unselige Eifersucht
hat alles zerstört.
Ich habe dich auf Händen getragen,
jeden Wunsch hab ich dir erfüllt.
Holte die Sterne dir vom Himmel,
trug stets im Herzen nur dein Bild.
Doch kam ich nur einmal etwas später
als erwartet von der Arbeit zurück,
schon sah ich Tränen in deinen Augen
und pure Verzweiflung im Blick.
Ich sah den Zweifel und das Bangen,
und wollte ich dich dann umarmen,
zucktest du vor mir zurück.
Ständig folgte danndie Frage:
"Liebst du wirklich denn nur mich,
bestimmt hast du doch eine Andre,
sei doch ehrlich, lüge nicht.\"
Die Luft zum Atmen hast du mir nicht
gelassen, hast mich erdrückt
und niemals mir geglaubt.
Mit dieser Angst und deinem
mangelnden Vertrauen,
hast du mich aller Kraft beraubt.
Und darum muss ich dich verlassen,
solang noch Liebe in mir ist,
denn müsste ich noch länger leiden,
würd eines Tages ich - dich hassen."
© Ursula Schittenhelm